Ende August soll alles fertig sein

Flecken-Haus wird nach Anschlag mit Bitumen-Masse und Streit neu verputzt

Haus der Begegnung: Das frisch sanierte Gebäude am Baunataler Marktplatz wurde im September 2014 mit einer Teermasse beworfen. Archivfotos: Kühling

Baunatal. Es las sich wie ein lokaler Krimi: Erst wurde das gerade fertig gestellte „Haus der Begegnung" am Baunataler Marktplatz in einer nächtlichen Aktion rundherum mit einer Bitumenmasse erheblich verschmutzt.

Nur kurze Zeit später steckte ein Unbekannter Papierrollen in einem Abstellraum in Brand, möglicherweise mit dem Ziel, das neue Gebäude in Flammen aufgehen zu lassen.

Außerdem gab es noch kleinere Vorfälle: Das Haus wurde mehrfach mit Eiern beworfen. Die Täter von Bitumen- und Brandanschlag wurden nicht gefasst. Jetzt wird das Haus zumindest neu verputzt.

Im September 2014 hatte ein Unbekannter alle Fassadenteile des neuen Hauses „Am Markt 5“, in dem die Baunataler Diakonie Kassel der Hauptmieter ist, mit der schwarzen Masse beworfen. Die dunklen Flecken fraßen sich so tief in den Putz hinein, so dass eine schnelle Beseitigung des Schadens nicht möglich war. Knapp ein Jahr schmücken die Flecken seither das helle Haus gegenüber vom Rathaus.

Nur zwei Tage später setzte ein Täter, der sich durch eine offen stehende Tür im Hof geschlichen hatte, Toilettenpapierrollen in einem Abstellraum in Brand. Einem Mitarbeiter fiel der Brandgeruch auf. Er beförderte die glimmenden Rollen nach draußen.

Parallel zu diesen Vorfällen läuft eine Auseinandersetzung zwischen der Putzfirma, die das Gebäude während der Sanierung verputzt hatte, und der Stadt Baunatal. Das Rathaus war mit dem Ergebnis der Arbeiten an den Fassaden nicht zufrieden. Ein von der Stadt beauftragter Gutachter habe beispielsweise eine unterschiedliche Stärke des Putzes festgestellt, erläutert Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Mehrfach habe die Stadt die Firma aufgefordert, die Mängel zu beheben. Doch nichts sei passiert, sagt der Bürgermeister. Jetzt sei ein anderes Unternehmen damit beauftragt worden.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich ab dem 20. Juli beginnen. Das Verputzen soll Ende August abgeschlossen sein. Obwohl das Haus erneut eingerüstet werden müsse, bleibe die Postgasse weiter für Fußgänger offen, teilt das Rathaus mit. Der Außenbereich des Cafés werde entsprechend geschützt. Auch die Garageneinfahrten im Innenhof sollen weiterhin befahrbar sein, heißt es.

Übrigens: Die Suche nach den Tätern der Anschläge sei inzwischen eingestellt worden, sagt Schaub. „Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt.“

Das Haus der Begegnung war aus dem früheren Posthofgebäude hervorgegangen. Die Stadt hatte den Komplex unter Regie des Kasseler Architekturbüros Baufrösche für 2,5 Millionen Euro sanieren lassen. Zuschüsse kamen aus den Landesprogrammen „Aktive Kernbereiche“ und „Lokale Ökonomie“.

Das Gebäude gilt als Begegnungsstätte von behinderten und nicht-behinderten Menschen. Mieter sind neben der Baunataler Diakonie Kassel auch die Kirchengemeinde Altenbauna, die Diakoniestation und der Kleiderladen der Kirche. Im Erdgeschoss befindet sich ein Café der Bäckerei Döhne.

Lesen Sie dazu auch:

- Haus der Begegnung in Baunatal: Schwarze Flecken bleiben noch

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