Auswirkungen der geplanten Autobahn auf Natur

Wanderung auf Info-Pfaden zur A44

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Hier geht es zur Lossetalautobahn: Förster Carl Hellmold (links) führte seine Besucher einen schmalen Pfad oberhalb der B7 entlang, wo ungefähr die Mittellinie der Autobahn sein wird.

Kaufungen. Förster Carl Hellmold führt seine kleine Besuchergruppe den steilen Wirtschaftsweg oberhalb des Naturfreundehauses hinauf. Plötzlich bleibt er stehen und weist auf einen schmalen, dicht bewachsenen Pfad. „Hier stehen wir genau auf der Mittellinie der geplanten Autobahn“, sagt der Waldmann.

Er macht diese Führungen, um zu informieren, wie es sein wird, wenn die Autos auf der durch den Forst geschlagenen Schneise hindurchrauschen. Schließlich habe die Stiftsverwaltung womöglich noch bessere Informationen als die politische Gemeinde über die Planung, weil das Stift wegen der nötigen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen eng in das Projekt einbezogen worden sei.

Immer auf der zukünftigen Autobahntrasse, führt Hellmold die Gruppe an 200 Jahre alten Eichen vorbei. „Sehen Sie sich das an, so oft Sie noch können“, empfiehlt er. Viele dieser Bäume seien von Bechstein-Fledermäusen und anderen Lebewesen bewohnt, die für Fauna und Flora des Stiftswalds wichtig seien, erklärt der Forstexperte.

Die sollen laut Hellmold in den Staatswald jenseits der Losse umziehen. Fraglich ist, ob das so klappt, wie es die staatlichen Planer wollen. Schließlich gebe es im Staatswald diese Art von Fledermäusen nicht.

Man könnte mutmaßen, dass die Planer in diesem Punkt nicht mehr so sicher sind. Ein Teilstück der Losseautobahn wollten sie nun neuerdings ein Stück aus dem Wald heraus fast auf die Trasse der B7 verlegen. Da müsse man sich schon fragen, ob eine Trasse durch den Stiftsforst überhaupt noch Sinn macht, meint Hellmold. Das Geld für den Bau des Einschnitts im Stiftsfwald für die Autobahn könne man doch eher für bessere Lärmschutzmaßnahmen an der Bundesstraße ausgeben.

Kindergartenwald

Der Förster zeigt zur Böschung hinunter, an deren Fuß der Dautenbach fließt. „Das ist der Kindergartenwald“, sagt er. Kita-Kinder lernen hier die Bäume kennen. Das wird in einigen Jahren Vergangenheit sein. Hier wird sich eine Autobahnbrücke über den Bach schwingen. „Wir haben in Deutschland eigentlich keine Landschaft mehr zu verschenken“, sagt der Förster.

Trinkwasser

Autobahnfreunde gibt es in seiner Gruppe kaum. Einige machen sich Sorgen um das erstklassige Trinkwasser, das durch das Projekt in Gefahr gerate. Viele Kaufunger wachten wohl zu spät auf, meint ein Teilnehmer. Schon die geringe Zahl von weniger als einem Dutzend Teilnehmer an dieser Waldführung gibt ihm recht.

Da seien die Söhrewalder früher viel aktiver gewesen, sagt er. Vielleicht liegt der Mann da richtig. Schließlich ist die Söhrewald-Trasse von den Planern schon lange zu den Akten gelegt worden.

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