Kurs an der Musikschule Baunatal richtet sich an Erwachsene – Neue Runde beginnt im Herbst

Flöten gegen den Alltagsstress

Das Stück „Pata Pata“ auf Querflöte: Der Flötenkurs für Erwachsene ist ein Angebot an Laien-Musikerinnen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Fotos: Lischper

Baunatal. Nach und nach trudeln die Teilnehmerinnen des Querflötenkurses in den Übungsraum der Musikschule Baunatal ein, bauen Notenständer auf und holen die Instrumente aus ihren Köfferchen – gleich geht es los. Es sind ganz besondere Schülerinnen, die Lehrerin Sandra Bauer in diesem Kurs betreut: Frauen mit Familie, Beruf und Alltagsstress. Sie alle verbindet die Leidenschaft zum Flötenspiel. Da bietet der Querflöten-Kurs für Erwachsene eine optimale Plattform, um die unterschiedlichen Vorerfahrungen auf einen Nenner zu bringen.

Los geht die Stunde mit einer Aufwärmphase. „Körper und Atem hängen voneinander ab“, sagt Bauer. Deshalb wird mit einer Übung der Körper erst einmal gestreckt. Mit der Flöte in beiden Händen, die sich nach oben und unten bewegt, wird anschließend bewusst ein- und ausgeatmet. Nachdem „ein A herumgegeben“ wurde, um die Flöten aufeinander abzustimmen, geht es los mit dem Ensemblespiel.

„Jetzt brauchen wir das Ohr und das große Wort Gefühl“, sagt Bauer in den Raum. Notenblätter werden positioniert und das Stück „Evening rise“ angestimmt. Der Raum füllt sich mit vollem Flötenklang, letzte Sonnenstrahlen vor dem Fenster tragen zu einer wohligen Atmosphäre bei.

Die Teilnehmerinnen kommen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen in den Kurs. Wie Susanne Rosenkranz (37), die erst vor einem Jahr zur Querflöte kam. „Ich habe die Flöte auf dem Dachboden meiner Schwester gefunden und nahm das als Anlass, um das Instrument zu lernen.“ Gefühl für das Flötenspiel entwickele sie aus ihren Gesangserfahrungen. Ihre Kollegin Martina Doll (55), die schon seit 20 Jahren Querflöte spielt, sagt, sie denke nicht nach, sondern spiele einfach die Melodie. „Man sollte so lange spielen, bis man die Musik in sich hat.“

Musik gut fürs Gehirn

Obwohl an dem Kurs auch Frauen mit langjähriger Flöten-Erfahrung teilnehmen, ist der Kurs für viele eine besondere Situation. Gemeinsam üben ist das eine – das Spielen mit Menschen aus dem gleichen Kontext ist aber das wichtige andere. Alle haben das gleiche Ziel: abschalten, um etwas für sich zu tun. Damit folgen sie dem Trend des lebenslangen Lernens, bei dem es darum geht, mit dem Lernen niemals aufzuhören. Schließlich erweitere musikalische Betätigung die neuronalen Strukturen – und damit könne man nie früh genug beginnen, sagt Sandra Bauer.

Hintergrund

Von Anna Lischper

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