Förderprogramm in Baunataler Schulen: Mit Test in den richtigen Beruf

Auf der Suche nach dem geeigneten Beruf: Nuray Ordü (14, von links), Deniz Tübek (14) und Denise Bibinger (13) der Klasse 8 f der Theodor-Heuss-Schule gehen die 158 Fragen an. Fotos: Kühling

Baunatal. 20 Prozent aller Jugendlichen brechen das erste Ausbildungsjahr ab. Ein Grund: Die Erwartung an einen Beruf stimmt nicht mit der Realität überein. Die Stadt Baunatal will Abhilfe schaffen.

Das Ergebnis einer Untersuchung der IHK ist für die Stadt Baunatal Anlass genug, in den weiterführenden Schulen auf Stadtgebiet genauer hinzuschauen.

Die Kommune fördert deshalb mit 6300 Euro ein Programm, das den Jugendlichen der Klassen acht, teilweise auch neun und zehn schon im Vorfeld zu mehr Durchblick bei der Berufswahl verhelfen soll.

Damit nicht genug: Die Stadt will demnächst eine zusätzliche halbe Stelle im Rathaus für das Übergangsmanagement von Schule in den Beruf schaffen. 158 berufsbezogene Fähigkeiten werden bei Tests in der Theodor-Heuss-Schule, der Erich-Kästner-Schule und der Baunsbergschule abgefragt. Dazu beschäftigt die Stadt Baunatal die Kasseler Gesellschaft für Personaldienstleistungen. Deren Mitarbeiter gehen mit Tests, die von den Jungen und Mädchen bequem am Computer abgearbeitet werden, in die Klassen mit Haupt- und Realschulzweig.

„Ihr sollt gucken, ob euch das Spaß machen könnte“, sagt Anja Mohr an diesem Tag beispielsweise den Schülern einer Klasse acht des Hauptschulzweiges in der THS. Auf einer Skala von eins bis hundert sollen die Jugendlichen Punkte für bestimmte Tätigkeiten vergeben. Dabei zeigt sich, ob sich ein Schüler beispielsweise für einen handwerklich-technischen oder einen kaufmännischen Interessensbereich oder etwa eine Tätigkeit mit Tieren und Pflanzen eignet.

„Das Ergebnis zeigt mir dann mögliche berufliche Bereiche“, sagt Mohr. Mit jedem einzelnen Kind einer Klasse werde das Ergebnis schließlich besprochen.

„Wir wollen diejenigen, die mit einer Ausbildung beginnen, zusätzlich fördern“, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). „Bildung ist für uns das zentralste Anliegen.“ Deshalb will die Verwaltung ab dem Frühjahr zusätzlich im Rathaus eine halbe Stelle schaffen. Der Mitarbeiter, der bisher noch nicht ausgewählt wurde, solle sich beispielsweise um die Vermittlung von Praktika kümmern und in Einzelfällen beraten, erläutert Schaub.

Von Sven Kühling

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