Viele Fuldataler wollen sich nach Info-Abend beim Neuaufbau des Währungsmuseums engagieren

Förderverein als Rettungsanker für Währungsmuseum

Bittner

Fuldatal. Die erste Etappe auf dem Weg zur Rettung des Währungsmuseums im Haus Posen der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne in Rothwesten ist geschafft: Zum Info-Abend über die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, der die Trägerschaft für das Museum übernehmen soll, kamen am Donnerstagabend 50 Besucher.

Die weitaus meisten signalisierten, dass sie diesem Verein beitreten würden. Die Gründungsversammlung soll voraussichtlich Anfang Mai einberufen werden.

Das Engagement ist groß, noch gewaltiger erscheinen aber die Hürden, die zu bewältigen sind. Nachdem sich die Gemeinde wegen ihrer finanziellen Not mit Ablauf des Monats März aus der Trägerschaft verabschiedet hat, drängt die Zeit. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hat Museumsleiter Bernd Niesel offiziell schon zur Räumung des Gebäudes aufgefordert. Man habe nun eine Art Stillhalteabkommen getroffen, damit der zu gründende Verein Zeit habe, das Objekt zu übernehmen, berichtete der Museumsleiter.

Die BIMA habe bereits einen Übernahmevertrag vorgelegt, der aber in dieser Form nicht annehmbar sei, sagte der Museumsleiter. Zwar wolle die Anstalt das Haus Posen praktisch unentgeltlich überlassen, verlange im Gegenzug aber die Freistellung von sämtlichen Haftungsrisiken, auch auf dem Weg vom Kaserneneingang bis zum Museum. Dietmar Bittner, der frühere Kasseler Finanzgerichtspräsident, will die Stolperfallen des Vertragswerk prüfen. Dann soll verhandelt werden.

Unklar ist auch, ob die vorhandenen Geldreserven reichen. Laut Bürgermeisterin Anne Werderich sind 52 000 Euro sofort abrufbar, Geld, das die Gemeinde für die Übernahme des Museums zugesagt bekommen hat. Es gebe auch einen Kasseler Privatmann, der mindestens 10 000 Euro spenden wolle, sagte Niesel. Die Kasseler Bank und die Sparkassenstiftung seien ebenfalls als Sponsoren im Boot

Doch der Aufwand für die Sanierung des Gebäudes mit seinem teilweise feuchten Keller und der wegen eines Dachrinnenschadens durchfeuchteten Wände ist groß. Eine Studie hat Kosten von über einer Million Euro beziffert. Die Gemeinde schätzt die dringendsten Maßnahmen auf 100 000 Euro. Bei den Erschließungskosten von bis zu 40 000 Euro werde die Gemeinde versuchen zu helfen, sagte Werderich.

Daneben müsste der Verein aber auch Unterhaltungskosten von bis zu 10 000 Euro pro Jahr einspielen, schätzt Werderich. Dafür muss die Attraktivität des Museums gesteigert werden. Die gelernte Historikerin Anne Rüter aus Kassel hat für den zu gründenden Verein schon ein Konzept erstellt. Das Museum müsse zu einer multimedialen Lern- und Erlebniswelt für Schüler und Erwachsene umgebaut werden, die neben der Währungsreform auch die gesamte Geschichte des Fliegerhorstes Rothwesten präsentiere. Auch das wird den Verein viel Geld kosten. (pdi) 3 Fotos: Dilling KOMMENTAR

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