Energiegenossenschaft Söhre: Beteiligung an mehreren Projekten in der Region

Fokus liegt auf Sonne und Wind

Blick von Lohfelden zum Warpel: So werden die Windräder wirken, die die Städtischen Werke Kassel in der Söhre errichten wollen. Das Foto entstand an der Grünen Mitte in Lohfelden, die 199 Meter hohen Windkraftanlagen wurden maßstabsgerecht ins Bild montiert. Foto und Montage: Städtische Werke/nh

Lohfelden/Fuldabrück /Söhrewald. Zehn Monate nach ihrer Gründung hat sich die Energiegenossenschaft Söhre (EGS) jetzt mit einer sehr gut besuchten öffentlichen Informationsveranstaltung zurückgemeldet.

Der Vorstand des auf 145 Mitglieder angewachsenen Zusammenschlusses stellte seinen Mitgliedern und interessierten Bürgern im Lohfeldener Bürgerhaus mehrere Solarprojekte vor, an denen eine finanzielle Beteiligung über den Genossenschaftsanteil hinaus möglich ist. Offen blieb aber, ob die Genossenschaft darüber hinaus bei dem geplanten Windpark Söhrewald/Niestetal einsteigt, den die Städtischen Werke Kassel mit insgesamt sieben Windrädern am Warpel bei Bergshausen und am Sandershäuser Berg verwirklichen wollen.

Klar ist, dass die neue Fotovoltaik-Freilandanlage neben dem SMA-Betriebsgelände am Sandershäuser Berg in die vorgesehene Beteiligungsgesellschaft einbezogen werden soll. „Es macht Sinn, die Windenergie auf den Kuppen der Söhre zu nutzen“, sagte Dipl.-Ingenieur Lars Rotzsche.

Der Energiefachmann der Städtischen Werke stellte Details zu den fünf jeweils 199 Meter hohen Windrädern vor, die bis zum Dezember 2013 überwiegend auf Windbruchflächen am Warpel aufgestellt werden sollen.

Baubeginn im März

Mit Problemen bei der Baugenehmigung werde nicht gerechnet. „Die Windmessungen liegen über der Prognose“, sagte Rotzsche, der sich wegen der noch andauernden Messungen noch nicht auf Aussagen zur Rentabilität der angebotenen EGS-Beteiligung festlegen wollte.

Bereits im März dieses Jahres will die Energiegenossenschaft Söhre mit der Errichtung ihres ersten Solarparks auf den Dächern des Poco-Möbelmarktes in Lohfelden beginnen.

Mit der Solaranlage auf dem neueren Gebäudeteil soll eine Strommenge von jährlich 190 000 Kilowattstunden erzeugt werden – genug für 54 Durchschnittshaushalte. Den Mitgliedern winkt für das von ihnen eingesetzte Kapital – auch dank der 20 Jahre laufenden Einspeisevergütung – eine Verzinsung von drei Prozent. In einem zweiten Schritt will die Energiegenossenschaft auch auf dem älteren Gebäudeteil des Poco-Marktes eine Fotovoltaikanlage errichten. Außerdem übernimmt die Genossenschaft von Eon Mitte zwei neuere Fotovoltaikanlagen auf Schaltstationen in der Region.

Geprüft wird darüber hinaus die Errichtung einer Solaranlage auf dem Dach der neuen Feuerwehrzentrale in Lohfelden und einer weiteren Anlage neben dem Klärwerk in Fuldabrück-Dörnhagen.

„Die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser Solarprojekte ist nur durch den Rückgang der Modulpreise möglich“, sagte EGS-Vorstand Christian Kulpe (Lohfelden). Sein Kollege Jürgen Sattler (Fuldabrück) hält große Anstrengungen in den drei Gemeinden für erforderlich, um den noch bei unter zehn Prozent liegenden Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Stromverbrauch spürbar zu erhöhen. Kontakt: www.egs-eg.de

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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