Gespräche mit Kommunen und Verkehrsunternehmen – Anbindung erneut Thema

SMA fordert Bus oder Tram für Mitarbeiter

Bald mit der Tram zu SMA? Gegenwärtig laufen Gespräche über eine bessere ÖPNV-Anbindung, die der Solartechnikhersteller mit Hauptsitz in Sandershausen in seinem Mobilitätskonzept als wichtiges Ziel formuliert. Fotomontage:  Hermes / hna

Niestetal / Kassel. Der Solartechnikhersteller SMA in Niestetal setzt sich für eine bessere Anbindung des Unternehmens an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Im Gespräch ist dabei auch eine Straßenbahntrasse von Kassel nach Sandershausen.

Mehr als 4500 Beschäftigte arbeiten in den Fabrikhallen und Büros des Solartechnikherstellers SMA. Zwar fahren schon heute viele Beschäftigte mit den Bussen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) zu ihrer Firma, doch benutzen die meisten das Auto.

Ernst Wegener, CDU-Oberbürgermeisterkandidat in Kassel, möchte den Anteil der SMA-Mitarbeiter, die den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen, deutlich erhöhen. Er fordert, SMA an das Straßenbahnnetz anzubinden. Eine Tramverbindung nach Sandershausen würde die Straßen rund um den SMA-Standort vor allem im Berufsverkehr entlasten, argumentiert Wegener.

Dieser Vorschlag und die Überlegungen des Kandidaten für mögliche Trassen sind nicht neu, doch beleben sie die Diskussion über einen Anschluss Sandershausens.

Drei verschiedene Trassen soll die KVG nach dem Willen des OB-Kandidaten überprüfen:

• Trassenvariante 1: von der Leipziger Straße über die Sandershäuser Straße

• Trassenvariante 2: vom Platz der Deutschen Einheit über die Dresdener Straße sowie

• Trassenvariante 3: über die heutige Straßenbahn-Endhaltestelle Wolfsanger und eine neue Brücke über die Fulda.

Bei SMA wollte man sich gestern auf HNA-Anfrage nicht zu dem Vorstoß des OB-Kandidaten äußern. Und das, obwohl der Weltmarktführer bei Wechselrichtern ein massives Interesse an einem besseren ÖPNV hat. Im August 2010 berichtete das Unternehmen über ein Mobilitätskonzept, an dem am Firmensitz in der Sonnenallee gearbeitet wird. Pressereferentin Susanne Henkel erklärte seinerzeit, es gebe Gespräche mit Vertretern der KVG, des Nordhessischen Verkehrs-Verbunds (NVV), der Gemeinde Niestetal und der Stadt Kassel.

Ziel sei es, das ÖPNV-Angebot in Kassel und Niestetal zu verbessern. SMA-Mitarbeiter, die am IC-Bahnhof Wilhelmshöhe ankämen, hätten oft zu lange Fahrzeiten zu ihren Arbeitsplätzen am anderen Ende der Stadt. In dem Firmenpapier zur Mobilität, das dieser Zeitung vorliegt, wird der Status quo so beschrieben: „relativ gute Busanbindung; da Standort noch nicht an Straßenbahn-/Regiotram-Netz angebunden ist, fehlen jedoch oft direkte Verbindungen“. Und weiter: „Mitarbeiter kommen überwiegend allein im Pkw zur Arbeit.“

Auch die aus SMA-Sicht notwendigen Konsequenzen werden in dem Papier formuliert: Die Beschäftigten sollen für „umweltfreundliches Mobilitätsverhalten“ sensibilisiert werden, darunter zum „Umstieg vom Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad“.

KVG-Sprecherin Heidi Hamdad erklärte, die Gespräche dauerten an und würden „ergebnisoffen“ geführt. Alle Trassenvarianten würden geprüft.

Mehr zu SMA finden Sie im Regiowiki.

Die Idee, Sandershausen über eine Fuldabrücke an das Straßenbahnnetz anzuschließen, werde seit den 1990er-Jahren diskutiert, sagte Dennis Bachmann, Sprecher der Gemeinde Niestetal.

Der Gemeindevorstand habe sich bereits 2001 gegen den Brückenschlag ausgesprochen, und zwar wegen zu hoher Kosten, zu großer Eingriffe in die Umwelt und zu starker Beeinträchtigung der Menschen im Ortskern von Sandershausen. http://regiowiki.hna.de/SMA

Von Peter Ketteritzsch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.