Gemeinde erstellt Bebauungsplan für Freifläche

Fraunhofer Iwes plant Rotoren in Fuldatal

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Mobile Messstationen: Alexander Bitz (links) und Nils Schäfer von Fraunhofer Iwes an Geräten für ein Forschungsprojekt im Bereich Sonnenstrom. Die Geräte verlassen nach der Testphase das Systec-Gelände. Rechts ist das Laborgebäude zu sehen, auf die Freifläche im Hintergrund sollen unter anderem Windkraftanlagen gebaut werden. Noch steht dort lediglich ein Windmessmast.

Fuldatal. Geforscht wird im Testzentrum des Fraunhofer Iwes mit seinen Laboren im Neubau seit gut einem Jahr. Jetzt sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um weitere Anlagen für erneuerbare Energie auf dem westlichen Außengelände installieren zu können.

Die Pläne des Vorschungsinstituts im Bereich der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten unterstützt die Gemeinde Fuldatal mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Dieser passierte die erste Hürde während der jüngsten Sitzung des Parlamentes. Die Unterlagen sollen öffentlich ausgelegt werden.

Worum geht es? Nachdem südlich des Gebäudes einige Fotovoltaikmodule auf Ständern stehen und drei kleine Bauwerke für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie mit unterschiedlichen Dachneigungen errichtet wurden, sollen auf einer weiteren Freifläche Anlagen für Sonnenstrom und Windenergie gebaut werden, sagt Dr. Thomas Degner von Fraunhofer Iwes aus Kassel.

Entlang der vorhandenen Teststrecke für Elektrofahrzeuge wird eine Reihe von Häuschen „wie eine kleine Wohnstraße“ entstehen. Jeweils mit Fotovoltaikmodulen bestückt. Unter dem Stichwort intelligentes Haus wollen die Forscher laut Degner unter anderem die Wechselwirkung zwischen den Häusern und Speichermöglichkeiten untersuchen. Denn diese Häuser produzieren tagsüber Energie, die in unterschiedlicher Menge und zu verschiedenen Zeiten benötigt wird.

Und dann soll mit der Windenergie ein weiterer Bereich in Rothwesten erforscht werden. Denn diesen Standort hatte Fraunhofer Iwes seinerzeit auch wegen seiner Eignung für eben solche Anlagen ausgewählt, betont Degner. „Es war nämlich schwierig, in der Region einen guten Standort für niedrige Höhen zu finden.“

Maximal drei große Anlagen und einige kleine könnten irgendwann auf der Freifläche stehen. Degner spricht von einer Perspektive für vielleicht bis zu zehn Jahre. Denn gebaut werde nur für konkrete Forschungsvorhaben. Aktuell sei ein kleines Windrad mit maximaler Höhe von 30 Metern geplant. Die großen Anlagen dürfen einschließlich der Rotoren bis zu 50 Meter hoch sein.

Vor zwei Jahren hatte das Institut zur Vorbereitung einen Mast aufgestellt, um Windrichtung und -geschwindigkeit in 30 und zehn Meter Höhe zu messen. Wirtschaftlich seien die Anlagen dort wahrscheinlich nicht zu betreiben, „aber für unsere Zwecke reicht es aus“.

Schließlich gehe es nicht darum, Erträge zu erzielen. Fraunhofer Iwes wolle die Gerätetechnologie im Maßstab 1:1 testen mit dem „besonderen Schwerpunkt auf dem Zusammenwirken im Systemverbund“, sagt Degner.

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