Kein Ehec-Patient mehr im Krankenhaus

Fragen und Antworten zum erwerbsmäßigen Umgang mit Lebensmitteln

Die Ehec-Epidemie in Deutschland scheint fast gestoppt. Bundesweit gibt es laut Robert-Koch-Institut nur noch wenige Fälle. Auch in der Region Kassel hat es in jüngster Zeit keine Neuerkrankung mehr gegeben.

Alle betroffenen Patienten seien mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Die durch einen Kaufunger Partyservice ausgelöste Ehec-Infektionskette hat unterdessen einige Fragen im Zusammenhang mit dem gewerblichen Umgang mit Lebensmitteln aufgeworfen, die wir hier aufgreifen:

Wer darf erwerbsmäßig mit Lebensmitteln umgehen?

Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Personen, die Lebensmittel herstellen, diese behandeln oder in Verkehr bringen - also zum Beispiel erstmalig in Küchen, Gaststätten, in Imbissbuden, Metzgereibetrieben oder anderen Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung arbeiten wollen - eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes benötigen. Diese amtliche Bescheinigung darf keinesfalls nicht älter als drei Monate sein.

Was genau bescheinigt dieses Dokument?

Diese Bescheinigung ist der Nachweis darüber, dass man vom Gesundheitsamt mündlich und schriftlich über wichtige hygienische Regeln im Umgang mit Lebensmitteln belehrt wurde. Dabei wird auch darüber informiert, dass ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot besteht, wenn man an Typhus, Paratyphus, Cholera, Shigellenruhr, Salmonellose, einer anderen infektiösen Darmerkrankung, an Hepatitis A oder E, an infizierten Wunden oder infektiösen Hautkrankheiten erkrankt ist. Folgebelehrungen sind jährlich vorgeschrieben und müssen dokumentiert werden.

Wer kontrolliert Betriebe und Einrichtungen, die mit Lebensmitteln zu tun haben?

Die Veterinärämter kontrollieren zum Beispiel Restaurants, Gaststätten oder Cateringbetriebe nicht nur in Bezug auf Lebensmittelhygiene und -lagerung. Dabei muss der Arbeitgeber auch alle nötigen Belehrungsbescheinigungen der Mitarbeiter vorweisen können.

Wann wird das Gesundheitsamt aktiv?

!Immer dann, wenn ein Labor die Behörde über eine meldepflichtige Krankheit oder Infektion informiert. Dann nehmen Mitarbeiter Kontakt mit Betroffenen auf und fragen nach deren beruflicher Tätigkeit. Arbeitet ein Patient im Lebensmittelbereich, in Kindergemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen, würde gegebenenfalls ein (vorübergehendes) Tätigkeitsverbot gelten. (hei)

Kommentare

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