Frank Grimm und Frank Grimm arbeiten beide als Meister

Zwei Männer, ein Name: Die Grimms von Volkswagen

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Namenskollegen: Frank Grimm (45, links) aus Elgershausen und Frank Grimm aus Altenbauna (44) haben zusammen bei VW gelernt und arbeiten nun beide als Meister in Halle 2.

Baunatal. Die erste Verwechslung gab es bei einem zufälligen gemeinsamen Aufenthalt im Jugendseeheim des Landkreises Kassel auf Sylt. Frank Grimm aus Altenbauna erhielt als Zehnjähriger ein Päckchen, das für den elfjährigen Frank Grimm aus Elgershausen bestimmt war - und verputzte daraus eine halbe Tafel Schokolade.

Einige Jahre später erhielt Frank Grimm dann eine Telefonrechnung über 200 D-Mark, obwohl er gar kein Telefon besaß. Das Rätsel war schnell gelöst: Frank Grimm (45) wohnt in Schauenburg-Elgershausen. Frank Grimm (44) wohnt in Baunatal-Altenbauna. Beide haben am 23. Januar Geburtstag, allerdings nicht in demselben Jahr.

Im Volkswagenwerk in Baunatal trafen sich die Grimms 1984 schließlich wieder. Gemeinsam starteten sie ihre Ausbildungen als Gießereimechaniker und als Werkzeugmacher. Inzwischen haben sich beide zum Industriemeister der Fachrichtung Metall fortgebildet und sind in derselben Halle bei VW tätig. Beide sind Meister in Halle 2. Auch ihre E-Mail-Adressen im Volkswagenwerk sind recht ähnlich: Da bekommt „Frank1.grimm“ durchaus auch einmal eine Mitteilung für „Frank.grimm1“.

„Eigentlich läuft das inzwischen ganz entspannt“, meint Frank Grimm aus Elgershausen. „Wenn ich den Inhalt der E-Mail nicht verstehe, schicke ich sie einfach weiter“, sagt er. Der Oldtimerfan, der einen VW-Käfer aus dem Jahr 1965 und einen Karmann-Ghia besitzt, führt 43 Mitarbeiter im Bereich Abgasanlagenfertigung in drei Schichten.

Verschiedene Hobbys

Sein Namenskollege betreut mit 29 Mitarbeitern den Werkzeugbau. Der begeisterte Fußballfan unterstützt den KSV Baunatal und fährt gern Mountainbike. Beide Grimms sind verheiratet und haben jeweils zwei Töchter. Ihre Väter waren ebenfalls im Volkswagenwerk tätig. Als Frank Grimm aus Altenbauna in der Abteilung anfing, aus der sich der Vater von Frank Grimm aus Elgershausen gerade in den Ruhestand verabschiedet hatte, meinten viele, er wäre dessen Sohn.

Auch beim Zahnarzt gab es bereits Verwirrung. Frank Grimm wurde die Vereinbarung eines Termins verweigert, weil sein Namensvetter mehrfach nicht zur Behandlung erschienen war. Auch eine Verabredung stand in jungen Jahren durch die Namensgleichheit auf der Kippe. Dem damals noch ledigen Frank Grimm wurde unterstellt, Frau und Kind verschwiegen zu haben.

Manchmal verbrüdern sich die beiden Namenskollegen hingegen auch. Dann macht es den Männern Spaß, ihr Gegenüber im Unklaren zu lassen. „Jeder von uns behauptet dann am Telefon, der Hübschere zu sein“, sagen Frank Grimm und Frank Grimm.

Von Bettina Wienecke

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