Kriminalhauptkommissar Matthias Ullrich über die Ermittlungen nach der Vergewaltigung

Frau betäubt und vergewaltigt: Polizei gibt Sicherheitshinweise

Kassel. Eine 45-jährige Frau aus Fuldabrück-Bergshausen ist in ihrer eigenen Wohnung betäubt und von einem Fremden vergewaltigt worden. Über die Tat und die Suche nach dem Vergewaltiger sprachen wir mit Kriminalhauptkommissar Matthias Ullrich.

Er ist stellvertretender Leiter des Kommissariats 12, zuständig für Sexualdelikte.

Für jede Frau ist es eine grauenhafte Vorstellung, Opfer einer Vergewaltigung zu werden. Allerdings rechnet man nicht damit, am helllichten Tag an der eigenen Haustür überfallen zu werden. Wie oft kommen solche Fälle vor?

Matthias Ullrich: Das ist der erste Fall, den ich in dieser Form erlebe. Zwar kommt es immer wieder zu Vergewaltigungen im privaten Raum, dann kommt der Täter aber aus dem Umfeld des Opfers. Überfallartige Vergewaltigungen fremder Täter passieren meist im Schutz der Dunkelheit und im öffentlichen Raum.

Diese Tat schürt Ängste in der Bevölkerung. Sollte man keinen Fremden mehr die Tür öffnen, bevor er sich nicht ausweist?

Lesen Sie auch
45-Jährige in eigener Wohnung vergewaltigt

Ullrich: Wenn eine fremde Person klingelt, dann sollte man immer durch den Türspion schauen beziehungsweise das Gespräch nur durch die vorgelegte Türkette suchen. Der Täter hat in Fuldabrück geklingelt und über die Sprechanlage mitgeteilt, dass er ein Paket abliefern wolle. Daraufhin hat die Frau geöffnet. Das hätte jeder andere wohl auch so gemacht. Wenn sie allerdings durch einen Türspion hätte schauen können, dann hätte die Frau wahrscheinlich die Maske des Täters gesehen. Der Vergewaltiger soll eine Hakenkreuz-Tätowierung haben. Wie gehen Sie mit diesem Hinweis um? Ullrich: Wir haben bereits entsprechende Überprüfungen im rechtsextremen Umfeld gemacht. Bisher haben wird da aber noch keinen Hinweis auf den Täter gefunden. Wir hoffen natürlich, dass Zeugen, die diese Tätowierung kennen, sich bei uns melden.

Hilft Ihnen bei den Ermittlungen die Post-Uniform weiter?

Ullrich: Es gibt viele Möglichkeiten, woher der Täter das blau-gelbe Hemd mit Posthorn haben kann. Das kann von einem Verwandten, der bei der Post arbeitet, stammen oder aus einem Altkleidersack. Im Internet sind solche Sachen auch zu bekommen. Allerdings handelte es sich bei dem Hemd nicht um eine aktuelle Uniform der Post.

Wie wird dem Opfer geholfen?

Ullrich: Wir können der Frau nur helfen, indem wir für sie als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ansonsten vermitteln wir professionelle Unterstützung, wie zum Beispiel bei der Opferhilfe, der Kasseler Hilfe.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.