Bald ist Baunataler Sommer: Interview mit Iris Siegfried vom Quartett Salut Salon

Frau braucht viel Humor

Vier Frauen machen Musik: Das Quartett Salut Salon verbindet musikalische Qualität und Spaß. Mit Iris Siegfried (links) führten wir ein Interview. Mit ihr am und auf dem Flügel sind hier die weitere Mitgründerin Angelika Bachmann (von links), Sonja-Lena Schmidt und Anne-Monika von Twardowski zu sehen. Foto: dpa

BaUNATAL. Ein Klassik-Frauenquartett mit erfrischend kecker Show, ohne die Tiefe der klassischen Musik ins Seichte abrutschen zu lassen: Damit sind Salut Salon in der Gunst des Publikums aufgestiegen. Am 19. August gastieren die vier Frauen zum Auftakt des Baunataler Sommers in der Stadthalle. Wir sprachen mit Iris Siegfried, eine der Gründerinnen der Gruppe.

Frau Siegfried, wie viele schlanke Frauen-Körper hält ein Flügel aus?

Iris Siegfried: (lacht herzhaft) Mindestens vier, das haben wir bei einer Zugabe des Programms „Klassisch verführt“ getestet.

Täuscht es, dass sie und ihre drei Mitmusikerinnen gerne lachen und sich freuen, wenn dies die Zuschauer auch tun?

Siegfried: (lacht wieder) Nein, das täuscht nicht. Wir genießen es sehr, wenn sich die Menschen im Saal freuen. Denn wir haben Spaß und vermitteln diesen auf der Bühne. Das soll so sein. Aber es gibt auch viele Stücke mit ernsthaften, ruhigen Passagen. Auch das ist uns wichtig.

Die Stilbezeichnung Crossover passt wunderbar auf das, was sie machen, einen Mix zwischen Chanson, Schlager, Jazz mit klarem Akzent auf der Klassik. Wie ist das entstanden?

Siegfried: Das ist vielleicht noch ein Überbleibsel aus unseren Kulturtreffen „Jour fixe“ in einer Eppendorfer Wohnung, die wir als offene Veranstaltung regelmäßig starten. Da treffen sich viele Kunst- und Musikrichtungen und völlig verschiedene Menschen vom Laien bis zum Profikünstler – von der Oma bis zum Kind ist alles dabei.

Wie bringt man so viele Ideen verschiedener Musikerinnen zusammen?

Siegfried: Man muss sich verstehen, braucht viel Humor und noch mehr Selbsthumor (lacht herzhaft). Und man muss offen und tolerant sein. Manche Idee und manches Stück verwerfen wir auch wieder. Bislang klappt es.

Ist diese Vielfalt, gepaart mit hoher musikalischer Fertigkeit, der Grund für den rasanten Erfolg von Salut Salon?

Siegfried: Das mag sein. Schon unsere drei ersten Stücke waren höchst unterschiedlich, virtuose Klassik und Chansons, das hat es so wohl nicht gegeben, und das kam an. Wir hatten aber auch Glück. Der Anfang lief über Mund-zu-Mund-Propagand,a und stets waren bei Auftritten mehr und mehr Leute da, die uns haben wollten. Und mittlerweile waren wir auch in Russland und China auf Tournee.

Eigentlich sind sie ja mehr als ein Frauen-Quartett.

Siegfried: Sie spielen auf Oskar an. Der ist unsere Puppe und der einzige Mann, den wir auf der Bühne dulden (lacht). Irgendwann hatten wir die Idee, und heute gehört die Puppe dazu. Auch das ist etwas Besonderes in einem klassischen Konzert.

Sie sind ja ein Beispiel für musikalische Früh- und Talentförderung, Preisträgerin bei Jugend musiziert und anderen Wettbewerben. Unterstützen sie deshalb Musik-Nachwuchs?

Siegfried: Ja, die Förderung der Kinder ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir betreuen das Projekt „Die Coolen Streicher“, und über eine Stiftung mit der Kindernothilfe gibt es in dem Elendsviertel Achupalles von Vina del Mar in Chile ein Schulprojekt. Wir sind regelmäßig vor Ort und treten auch mit Kindern auf. Das ist eine Motivation für die Kinder.

Was raten Sie denn den Eltern und ihrem zehnjährigen, talentierten Sohn, der oft zu faul zum Üben ist?

Siegfried: Das Kind sollte zunächst natürlich selbst Lust zum Spielen haben. Nur Druck auszuüben bringt auf Dauer nichts. Aber man könnte es sicherlich mal mit neuen Anreizen versuchen wie: andere Stilrichtungen, mal ein anderer Lehrer, ein Orchester.

Ich hatte das Glück sofort zu spüren: Die Geige, das ist mein Instrument. Auf ihr kann ich die Töne selbst stark beeinflussen, ihr meine eigene Note geben. Das ist wunderbar. Ich habe auch Klavier gelernt, aber das war nie mein Ding, nur die Geige. www.salutsalon.de HINTERGRUND, PROGRAMM

Von Thomas Kopietz

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