Frau-Holle-Museum im alten Rathaus von Hessisch Lichtenau ab Sonntag geöffnet

+
In der Märchenwelt: Berthold Ostermann und Helfer Gerhard Reiß. Ostermann von der Stadtverwaltung hatte großen Anteil an der Idee, das Holleum zusammen mit einer AG zu entwickeln.

Hessisch Lichtenau. Es ist auch ein wenig sein Werk: Gerhard Reiß steht an der Fahne, die vor dem alten Rathaus in Hessisch Lichtenau weht und auf das neue Museum hinweist.

Der ehemalige Schlosser war einer der 20 Ehrenamtlichen, die dabei geholfen haben, dass das Frau-Holle-Museum, das Holleum, in derLandgrafenstraße 17 in Hess. LIchtenau jetzt fertig ist.

Ein kurzer Eindruck
vom Holleum

„Das war schon viel Arbeit“, sagt der 69-jährige. Kleinigkeiten gebe es noch hinzuzufügen, wie zum Beispiel einen Rosenbogen mit Federn, der den Eingang zieren soll. Auf 112 Quadratmetern erstreckt sich das Museum. Der Duft von Holz und Farbe liegt noch in den Räumen.

Tropfen sind zu hören, als fielen sie in ein Becken. Die Geräusche gehören zur Unterwelt am Ende der Ausstellung. Los geht es aber in der Meißnerwelt. Denn „von ihrem Berg, dem Meißner, schüttelte sie die Betten, auf dass es auf der Erde schneite“, steht dort über Frau Holle geschrieben. „Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise.“

Reiß tippt auf die gelben Punkte, die auf einer Landkarte über den Meißner angeordnet sind. Lichter strahlen jeweils ein Foto an der Wand an. Zum Beispiel wird eine Höhle bei Hilgershausen gezeigt, in dessen Wasser Mädchen für die ewige Schönheit gewaschen worden sein sollen.

Bunt wird es im nächsten Raum: der Märchenwelt. An den rund verlaufenden Wänden wird die Geschichte der Frau Holle erzählt. An einer Bank steht: 1. Knopf drücken, 2. Platz nehmen, 3. Bitte zuhören. Das Märchen wird erzählt, und in der anschließenden Kräuterwelt werden Pflanzen, die Frau Holle zugeordnet sind, erklärt.

Von der Göttin der Liebe und des Lebens bis zur Todesgöttin reicht die Einordnung der Holle-Figur und so geht es in die Unterwelt. Schwarz sind die Wände, angestrahlt wird nur ein Gemälde: Frau Holle mit einem Geisterzug, der die Seelen derer durch den Nachthimmel zieht, die einen unglücklichen oder gewaltsamen Tod erleiden mussten. Mit einem sicheren Handgriff drückt Reiß auf einen Knopf. Es ertönt düstere Musik und eine Stimme erklärt diese Unterwelt – in der es tropft.

In der Stadt werde schon manches Mal über den Bau des Holleums gelästert, erzählt Reiß. Ab Sonntag, 9. Oktober, kann es nun besichtigt werden. Und wer dann von dem Konzept überzeugt ist, kann sich als Ehrenamtlicher melden. Denn den laufenden Betrieb übernehmen unbezahlte Helfer.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.