Die Frauen erobern den KSV

Größter Baunataler Sportverein hat erstmals mehr als 6000 Mitglieder

Sport im Blick: KSV-Präsidentin Ursula Harms, Gastredner Robin Kähler, Schatzmeisterin Margot Hatje, Hans-Günter Jakob und Timo Gerhold (Vizepräsidenten) fachsimpelten beim Empfang. Fotos: Dilling

Baunatal. Die vor zwei Jahren gebaute neue Sportwelt des KSV Baunatal floriert, Fußballer und Handballer sind aufgestiegen. Viele Sportler mischen auf Bundesebene beim Kampf um Titel mit:

Der größte Verein in der VW-Stadt steht glänzend da und hat allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. „Wir haben erstmals die 6000er-Marke geknackt“, sagte KSV-Präsidentin Ursula Harms am Wochenende beim Neujahrsempfang im voll besetzten Saal der Sportwelt. Aktuell seien es 6013 Mitglieder. Dazu kämen noch 1000 Aktive, die ohne Vereinsbindung die Kurse des KSV nutzten.

Den Boom hat der Verein laut Harms vor allem weiblichen Sportlern zu verdanken. „Mit acht Prozent Zuwachs sind Frauen die Champions“, erklärte die Präsidentin. Doch auch die „jungen Alten“ sowie Kinder drängen verstärkt in den KSV. Das sei auch der viele Millionen schweren, hervorragenden Unterstützung der Stadt Baunatal zu verdanken. Die Bilanz von Harms klang schon ein bisschen nach Abschied. Sie wird – wie einige Vorstandskollegen – diesen Sommer nicht mehr für die Präsidiumswahlen antreten.

Also heile Welt in der Sportstadt Baunatal? Nicht ganz, einige Wermutstropfen flossen während des Neujahrsempfangs schon in die Sektgläser. Einige tat die Präsidentin selbst hinein. Mit der möglichen Sanierung des Sportbads hänge ein „Damoklesschwert“ über dem Verein. Eine zweijährige renovierungsbedingte Schließung lasse „den Exodus von über 1000 Sportlern“ befürchten, sagte Harms.

Neujahrsempfang des KSV Baunatal in der Sportwelt

Weitere Wermutstropfen steuerte der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Robin S. Kähler (Mannheim) bei, Gastredner des Neujahrsempfangs. Die Stadt müsse ihren Begriff der Sportstadt erst einmal für sich definieren. „Wo ist Ihr Alleinstellungsmerkmal, wo wollen Sie hin?“, fragte der Forscher. Er warnte die Stadt davor, allein auf die üppig vorhandenen, traditionellen Sportstätten zu setzen. Schließlich verliere der Vereinssport wegen der demografischen Entwicklung und des geänderten Freizeitverhaltens an Bedeutung. Baunatal solle besser den Schulsport fördern und seine Wege, Parks und Grünflächen attraktiver für unkonventionelle sportliche Bewegung machen. Da gebe es viel Nachholbedarf.

Für Sportbad und Aquapark gab Kähler einen Rat auf den Weg: Die solle man lieber ganz neu bauen.

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