Neu gewählter Kreistag: Anteil weiblicher Abgeordneter bei CDU vergleichsweise gering - FDP muss passen

Frauen nur stark bei Rot und Grün

Kreis kassel. Der Blick auf die neue SPD-Kreistagsfraktion lässt Annette Milas, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Landkreis Kassel, frohlocken. „In der Kreis-SPD haben sich die zu Unrecht als schwaches Geschlecht bezeichneten Frauen politisch emanzipiert“, stellt Milas fest.

In der Tat sind die Sozialdemokraten beim Frauenanteil in dem Parlament so etwas wie der langjährige Klassenprimus. Von den 39 Abgeordneten, die die SPD im neuen Kreistag stellt, sind 17 Frauen.

Der vergleichsweise hohe Frauenanteil bei der SPD ist kein Novum. Bereits 2001 entsandten die Sozialdemokraten 18 Frauen ins Parlament (von insgesamt 44 SPD-Abgeordneten), fünf Jahre später waren es 17 (von insgesamt 42 Abgeordneten).

Und eine Frau ist es auch, die die Geschicke der SPD-Fraktion lenkt: Ulrike Gottschalck, Bundestagsabgeordnete aus Niestetal, wurde gerade als Vorsitzende bestätigt.

Besser als die Sozialdemokraten schneiden nur die traditionell frauenbewegten Grünen ab. Schon 2006 sorgten sie für Schlagzeilen: Seinerzeit bestand die Kreistagsfraktion aus sieben Abgeordneten. Fünf davon waren Frauen. Auch im neuen Kreistag überspringt die erstarkte Öko-Partei bei den weiblichen Fraktionsmitgliedern ganz locker die 50-Prozent-Marke: Sieben der zwölf Abgeordneten sind Frauen. So weit das Positive. Bei der zweitstärksten Kraft im Kreistag, der CDU, spielt das weibliche Geschlecht zahlenmäßig nur eine untergeordnete Rolle.

21 Abgeordnete entsenden die bei der Wahl gebeutelten Christdemokraten ins Parlament, das am 16. Mai in Kaufungen erstmals zusammentritt. Unter ihnen sind nur sechs Frauen.

Doch mit dem Verlust von 5,1 Prozentpunkten ist der spärliche Politikerinnenanteil kaum zu erklären. Denn auch früher sah es bei den Christdemokraten nicht besser aus: 2001 und 2006 saßen bei insgesamt jeweils 25 CDU-Abgeordneten beide Male nur acht Frauen im Parlament. Und fast zwangsläufig ist der Chef dann auch ein Mann: Frank Williges aus Helsa führt die Fraktion und die Kreis-Partei.

Zusammen mit ihrer Partei sind die FDP-Frauen bei der Kreiswahl am 27. März in der Bedeutungslosigkeit versunken. Hielt in den vergangenen Wahlperioden noch die Abgeordnete Christa Fiege aus Oberweser die Fahne der FDP-Frauen hoch, haben die auf 2,3 Prozent halbierten Liberalen jetzt nur noch Platz für das Männer-Duo Klaus-Dieter Sänger (Fuldatal) und Lasse Becker (Vellmar). HINTERGRUND KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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