GSV Eintracht will nach den Ferien Angebot für Mädchen schaffen – KSV tut sich schwer mit dem Thema

Frauenfußball bisher Fehlanzeige

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Mädchen am Ball: Derzeit gibt es in der Sportstadt Baunatal keine einzige Mädchenmannschaft. Das Bild stammt von einem Probetraining im Rhein-Main-Gebiet mit Nationalspielerin Birgit Prinz (rechts).

Baunatal. In gut einer Woche beginnt die Fußball-WM der Frauen in Deutschland. Dazu organisieren die Stadt Baunatal und der Sportverein GSV Eintracht am kommenden Sonntag einen Mädchenfußballtag für die gesamte Region in Großenritte (ab 10.30 Uhr; Langenbergkampfbahn).

Und außerdem: Baunatal präsentiert sich gern als Sportstadt. Doch in der Stadt selbst scheint die Begeisterung für die Sache bisher nicht allzu groß gewesen zu sein: Es gibt keine einzige Mädchen-Fußballmannschaft.

Vor einigen Jahren hatte der GSV schon mal ein Mädchen-Team am Start. Als die Spielerinnen zu alt wurden und kein Nachwuchs in Sicht weite war, wurde das Angebot kurzerhand eingestampft. Trotz WM im eigenen Land – die Vereine tun sich etwas schwer mit dem Thema. Was ist, wenn sich nach dem Mädchenfußballtag am Sonntag Teilnehmerinnen in der VW-Stadt konkret für ein Vereinsangebot interessieren?

„Wir suchen einen Trainer oder eine Trainerin“, sagt GSV-Vorsitzender Claus Umbach auf Anfrage. Nach den Sommerferien wolle der Verein mit einem Angebot für Mädchen starten. „Es ist erklärtes Ziel: Wir wollen Mädchen- und Frauenfußball beim GSV aufbauen.“ Das Alter der Interessentinnen spiele dabei keine Rolle, sagt Umbach. „Gewünscht wäre es“, sagt auch Ursula Harms, Präsidentin des KSV Baunatal, mit 5500 Mitgliedern immerhin der größte Sportverein der Region, zum Thema Mädchenfußball. „Doch man muss auch die Trainer und die Betreuer haben.“ Die gibt es beim KSV zumindest an anderer Stelle genügend. Immerhin hat der KSV 15 Jungen-Mannschaften im Wettbewerbsbetrieb.

Auf den Weg bringen, sagt Harms weiter, müsse den Aufbau einer Mädchenmannschaft sowieso die Fußballabteilung. Doch diese äußert sich kaum zu der Sache. Er halte die Frage nach einem Angebot mit Blick auf den Mädchenfußballtag für berechtigt, sagt stellvertretender Abteilungsleiter Michael Discher. Er wolle sich mit dem GSV abstimmen. Eine weitere Stellungnahme blieb aus.

Die Stadt Baunatal steht der Förderung der Mädchen grundsätzlich positiv gegenüber. Gemeinsam mit den Vereinen ein Angebot schaffen wolle das Rathaus aber nicht, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Das sei Sache der Vereine. „Natürlich haben wir uns im Vorfeld des Tages des Mädchenfußballs mit diesen unterhalten.“

Infos: GSV Eintracht Geschäftsstelle, 0 56 01/8 78 01, Vorsitzender Claus Umbach, 0 56 01/96 55 20.

Von Sven Kühling

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