Anna-Maria Schölch aus Fuldabrück ist neue Vorsitzende der Frauen Union im Landkreis Kassel

Frauenhaus soll gestärkt werden

Job und Familie: Anna-Maria Schölch, neue Vorsitzende der Frauen Union im Landkreis Kassel, mit ihren beiden Töchtern Stina (9, links) und Svea (12) im großen Haus der Familie am Waldrand in Dörnhagen. Gemeinsam mit ihrem Mann Mark führt sie das Hotel Froschkönig in Waldau. Foto: Stier

Fuldabrück. Die neue Vorsitzende der Frauen Union im Landkreis Kassel ist zwar erst 2011 als Quereinsteigerin in die CDU eingetreten, wurde aber im Oktober gleich zur Nachfolgerin von Birgit Kaiser-Wirz (Lohfelden) gewählt. Ein Porträt.

„Also, Reden halten kann ich nicht so gut“, sagt Anna-Maria Schölch - und dann redet sie so eloquent und druckreif daher, dass sogar das gleichfalls äußerst sprachgewandte Töchterchen Svea (12) nur staunen kann. 2011 trat Schölch als Quereinsteigerin in die CDU ein. Bereits im Oktober wählte man sie zur Nachfolgerin von Birgit Kaiser-Wirz zur Vorsitzenden der Frauen-Union im Landkreis.
Jetzt schickt sich Anna-Maria Schölch an, die in christdemokratischen Männerzirkeln gern auch als „Furien- oder Fun Union“ bespöttelte Gruppe des Kreisverbandes zu einem ernsthaften politischen Mitspieler zu formen. „Frauen sollen sich trauen, Position zu beziehen und Positionen zu besetzen. Dafür will ich sie motivieren und stützen“, sagt die 40-Jährige.

Die Tochter eines Melsunger Lehrer-Ehepaares hat selbst Grundschullehramt an der Uni Kassel studiert, wechselte dann aber mit Ehemann Mark in die Möbelbranche und führt jetzt seit knapp zwölf Jahren gemeinsam mit ihm das 21-Betten-Hotel „Froschkönig“ in Waldau.

In die Politik kam sie, weil sie als zweifache Mutter mit der Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Heimatgemeinde Fuldabrück unzufrieden war, mit ihrer Kritik bei der „penetrant selbstherrlichen SPD“ (Originalton Schölch) aber nicht durchdrang. „Die Sozialdemokraten sehen hier nur heile Welt – die gibt´s aber nur in Bullerbü und nicht in Fuldabrück“, sagt sie. Im Gemeindeparlament hat sie heute als CDU-Abgeordnete gegen einen ordentlichen Zoff nichts einzuwenden.

Dabei wirkt die sportliche Frau mit dem strahlenden Lächeln kein bisschen streitsüchtig. Eigentlich seien ihr ja die Grünen auch näher gewesen, sagt sie, aber das ging aus innerfamiliärer Disziplin natürlich nicht. Ehemann Mark ist CDU-Mitglied in Kassel.

Die neue schwarz-grüne Landesregierung aber ist genau ihr Ding. Da hofft sie auf Rückenwind aus Wiesbaden, um auch im Landkreis die Dinge anzustoßen, die ihr wichtig sind.

Um sich nicht zu verzetteln will Anna-Maria Schölch sich mit der Frauen Union auf drei Themen konzentrieren:

• Das Frauenhaus des Landkreises, eine Zufluchtsstätte vor gewalttätigen Männern, soll stärker unterstützt werden. „Das haben wir bisher vernachlässigt“, sagt die neue Vorsitzende.

• Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll vorangebracht werden. „Ein Patentrezept dafür habe ich natürlich auch nicht“, bedauert Anna-Maria Schölch, die sich selbst als konservativ in Familiensachen betrachtet und dem umstrittenen Betreuungsgeld durchaus gute Seiten abgewinnen kann.

• Die Kooperation von Frauen soll über Parteigrenzen hinweg ausgebaut werden, sozusagen ein Frauen-Netzwerk als Gegenpart zu den männlichen Seilschaften.

Auf dem Weg dorthin ist ihr vor Konflikten nicht bange: „Da bin ich frech und es ist mir wurscht, ob ich belächelt werde.“

HINTERGRUND

Von Thomas Stier

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