2013 fällt das Schornsteinfegermonopol

Freie Wahl beim schwarzen Mann

Wichtig: Damit der Kamin auch richtig zieht, ist der Hausbesitzer auf einen zuverlässigen Schornsteinfeger angewiesen. Archivfoto: nh

Kreis Kassel. Ab Januar 2013 fällt das Monopol der Bezirksschornsteinfeger: Hauseigentümer können sich dann selbst aussuchen, wen sie mit dem Kehren des

Kamins und der Immissionsschutzmessung beauftragen. Bereits seit 2008 ist das in einigen anderen Ländern der EU möglich, ab 2013 auch in Deutschland. „Das bedeutet, dass die Verantwortung nun bei den Hauseigentümern liegt“, erläutert Karl-Heinz Hupfeld, Obermeister der Schornsteinfegerinnung Kassel, die auch für den Landkreis zuständig ist. Er gehe davon aus, dass sich viele Kunden nicht mehr als bisher mit dem Thema auseinandersetzen wollen. „Viele werden einfach bei ihrem gewohnten Schornsteinfeger bleiben. Höchstens zwei oder drei Prozent werden wechseln, weil sie sich vielleicht menschlich mit ihrem bisherigen Schornsteinfeger nicht gut verstehen“, prognostiziert er. Es gebe Erfahrungswerte aus anderen Ländern, die dies zeigten.

Für die Hauseigentümer werde sich nicht viel ändern. „Der Bezirksschornsteinfeger stellt bis zum Jahresende für jedes Haus einen Feuerstättenbescheid aus. Darauf steht, welche Anlagen es in dem Haus gibt und was gemacht werden muss. Der Kunde kann dann mit den Arbeiten jeden zugelassenen Betrieb beauftragen“, sagt Hupfeld. Zugelassen seien Meisterbetriebe im Schornsteinfegerhandwerk, die bei der Handwerkskammer eingetragen sind. Nur die Feuerstättenschau alle dreieinhalb Jahre müsse der Bezirksschornsteinfeger selbst vornehmen.

„Die Schornsteinfeger füllen ein Formblatt aus, wenn sie den Kamin kehren oder eine Immissionsschutzmessung machen. Das muss der Hauseigentümer dann an den Bezirksschornsteinfeger zurückschicken, da er ja selbst entscheidet, wen er für die Arbeiten engagiert.“ Anlass für die Aufhebung des Monopols sei die Dienstleistungsfreiheit in der EU. „Theoretisch kann man nun auch einen Schornsteinfeger aus einem anderen EU-Land beauftragen“, erklärt Hupfeld.

170 Meisterbetriebe

Im Bereich der Kasseler Innung gibt es 170 Schornsteinfeger-Meisterbetriebe. Jeder von ihnen beschäftigt einen Gesellen. Außerdem sind insgesamt rund 60 Auszubildende im Bereich der Innung beschäftigt. Rund 400 Menschen arbeiten also in dem Innungsbezirk, der sich weit über die Landkreisgrenzen hinaus bis in die Kreise Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg erstreckt.

Hupfeld geht davon aus, dass sich auch für die Betriebe nicht viel ändern wird. „Es wird kleine und große Schornsteinfegerbetriebe geben. Wer agil ist und weitere Strecken fährt, der wird mehr Kunden haben“, sagt der Obermeister.

Von Patrick Kessler

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