Gastredner Dr. Wolfgang Gerhardt sprach beim Neujahrsempfang der FDP über liberale Grundwerte

Aus der Freiheit wächst die Kraft

In das Gespräch vertieft: Die FDP-Veteranen Dietrich Riebensahm (Zierenberg) und Gerda Waldenmaier (Söhrewald).

Fuldatal. Schwache Umfragewerte und Führungsstreit in der Bundespartei der FDP: Mit welchen Gefühlen geht man da als Liberaler in den Wahlkampf? FDP-Veteran Dietrich Riebensahm, der sogar kurzfristig im Bundestag saß, reagiert gelassen auf diese Frage. „Man darf sich durch das schlechte Medienecho nicht verwirren lassen“, sagt er.

Mit dieser Einstellung befand sich der Altliberale am Sonntag beim Neujahrsempfang des Kreisverbands Kassel-Stadt mit rund 250 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik im Fuldataler Forum in guter Gesellschaft. Die aktuellen Probleme der Liberalen spielten zumindest während des offíziellen Programms keine Rolle. Der Name des Bundesvorsitzenden und Außenministers Guido Westerwelle kam in den Reden nicht vor.

Dafür traf der Ehrengast, der frühere FDP-Bundesvorsitzende und jetzige Chef der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung, mit seinem mehrfach von Beifall unterbrochenen, optimistischen Vortrag offensichtlich die Gemütslage seiner Parteifreunde. Kein Kontinent habe mehr Chancen auf der Welt als Europa, sagte Gerhardt. Die Liberalen müssten verstärkt für den Grundwert der Freiheit kämpfen. Für ihn bedeute dieser Begriff, dass die Bürger mehr Eigenverantwortung übernehmen müssten. Das gelte auch bei der Bildung. Eltern müssten sich mehr um die Erziehung ihrer Kinder kümmern, die Schulen könnten das nicht allein leisten, sagte Gerhardt.

Die Vorstellung, der Staat müsse sich um alles kümmern, sei leider noch weit verbreitet, meinte der Liberale. Er wünsche sich mehr Risikofreude bei den Bürgern.

Gerhardt wie auch der FDP-Landtagsabgeordnete Helmut von Zech riefen zur Sparsamkeit in den öffentlichen Haushalten auf. Mehr als 50 Prozent des Bundesetats machten Sozialausgaben aus. Da sei „Veränderung angesagt“, meinte Gerhardt. Es gebe schon zu viele ungedeckte Schecks auf die Zukunft. „Wir müssen heraus aus der Schuldenspirale“, sagte von Zech. Durch eine Regionalreform könne viel Geld gespart werden, erklärte der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Björn Sänger. (pdi)

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