Pilotprojekt zur Stärkung des Ehrenamts: Kirchenkreis Kaufungen zieht positive Zwischenbilanz

Freiwillige brauchen Rückhalt

Sie fördern ehrenamtliche Arbeit in Kirchengemeinden: (vorn von links) Anja Nehm, Corinna Luttropp-Engelhardt und (hinten von links) Dekanin Carmen Jelinek, Imke Federbusch, Anneke Gittermann, Brigitte Engelhardt, Andrea Brede-Obrock, Gabriele Batz, Elke Beyer, Thomas Vogt und Jutta Schulz. Foto : Dilling

Kreis Kassel. Viele Vereine klagen darüber, dass sich immer schwerer Freiwillige für notwendige Arbeiten finden. Die Kirche steht da noch ganz gut da. Über 40 000 Menschen engagieren sich in der Landeskirche von Kurhessen- und Waldeck, sagt Anneke Gittermann, Leiterin der Fachstelle Engagementförderung der Landeskirche, die gemeinsam mit Ehrenamtskoordinatorin Imke Federbusch bei der Kreissynode in Vellmar das Ehrenamt in der Kirche zum Thema machte.

Kirchenaustritte, demografischer Wandel, ungünstige Arbeitszeiten, die selten Platz für das Ehrenamt lassen, können auch in Kirchengemeinden ihre Spuren hinterlassen. Es werde angesichts dessen „nicht unbedingt einfacher, diesen Standard künftig zu halten“, erklärt Gittermann.

Mit einem Pilotprojekt zur Ehrenamtsförderung versucht die Landeskirche gegenzusteuern. Sieben Gemeinden aus dem Kirchenkreis Kaufungen sind mit ebenso vielen Tandems – je einem Gespann aus Pfarrer und einem Freiwilligen als Ansprechpartner in ihrer Gemeinde – daran beteiligt. Nach ihrer Ausbildung durch die Ehrenamtsakademie haben sie nun in Kaufungen ihre Zertifizierung gefeiert und eine positive Zwischenbilanz gezogen.

Auf den ersten Blick scheint es gut bestellt zu sein um das ehrenamtliche Engagement in den Pilotgemeinden: Zwischen 100 und 200 Freiwillige seien dort jeweils tätig, sagt Imke Federbusch, Ehrenamtskoordinatorin im Kirchenkreis.

Doch bei ihrer Bestandsaufnahme haben die „Tandems“ auch Defizite festgestellt. Beispielsweise sucht die Kirchengemeinde Obervellmar Helfer für den Kindergottesdienst. Und die Kirchengemeinde Baunatal-Mitte (Gethsemane) hat ein strukturelles Problem. Die Gemeinde sei überaltert, dennoch würde man gern die Kinder- und Jugendarbeit wieder reaktivieren, sagt die Freiwillige Jutta Schulz.

Während des Pilotprojekts haben die „Tandems“ Strategien erarbeitet, wie die Kirche dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen kann. „Der Trend geht zum projektorientierten Engagement“, sagt Gittermann. Deshalb sei es wichtig, Freiwilligen maßgeschneiderte Angebote zu machen.

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre und die Anerkennung des Engagements gehörten auch dazu, erklärt Federbusch. Die „Tandems“ haben geübt, wie man Stellenprofile für Ehrenamtliche entwickelt und solche Stellen ausschreibt. Mit einer Fragebogenaktion wollen die Teilnehmer herausfinden, ob die bereits vorhandenen Ehrenamtler mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind und ob sie Vorschläge haben, wie man den Freiwilligendienst in der Kirche attraktiver machen kann. DREI FRAGEN

HINTERGRUND

Von Peter Dilling

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