Helsaer Grundschüler sollen in Aufenthaltsräumen lernen, Konflikte zu lösen

Freude über neue Bänke

Große Freude über die neuen Trapezbänke: Die Klasse 2b der Schäferlandschule probiert gemeinsam mit Schulleiter Thomas Falk aus, wie gut man darauf lernen kann. Foto: Helga Kothe

Helsa. Der Jubel ist groß, als die Schüler der Klasse 2b die neue Trapezbank stürmen und mit großem Tumult darauf Platz nehmen. Die rote Bank, auf der die Schüler sich in zwei Reihen setzen können, steht in einem Aufenthaltsbereich der Schule. Sie sieht nicht nur gut aus, sie ist vor allem stabil. Das ist auch gut so, denn bei einem solch freudigen Ansturm wird sie in Zukunft einiges aushalten müssen.

Vier neue Trapezbänke hat die Schäferlandschule Helsa im Juni angeschafft, gefördert durch die Aktion „Kinder für Nordhessen“. Sie sind Bestandteil des Schulprojektes „Langsam - leise - friedlich - freundlich - gemeinsam zum Ziel“, das nach den Herbstferien 2011 gestartet wurde. „Ziel ist es, Aggressionen im Schulalltag abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen, Kommunikation und Gruppenarbeit zu fördern“, sagt Schulleiter Thomas Falk.

Die Regeln werden den rund 110 Schülern der sechs Grundschulklassen mit leuchtend gelben Hinweisschildern vielerorts vor Augen geführt: in den Fluren, Aufenthaltsbereichen und Klassenräumen.

„Sie wurden mit allen Schülern besprochen, und die Idee wird von ihnen auch sehr gut angenommen“, sagt Falk. Wer die Regeln missachtet, bekommt einen sogenannten Denkzettel verpasst, der bearbeitet und von Eltern, Klassenlehrerin und Schulleitung abgezeichnet werden muss.

Mit den Trapezbänken will die Schule die gemeinsamen Aufenthaltsräume, die immer zwei Parallelklassen miteinander verbinden, als Ort der Kommunikation nutzen.

So zum Beispiel für Gespräche über Streitsituationen und ihre Schlichtung oder als Rückzugsort für Kinder, die eine Auszeit benötigen. „Dort können sich Schüler zurückziehen, miteinander reden und gemeinsam eine Lösung für Probleme finden“, sagt Falk. „Oder aber in Ruhe etwas lesen und bearbeiten oder in den Pausen entspannen.“

Geplant ist auch, die Trapezbänke für Gruppen- oder Projektarbeit zu nutzen. „Da werden wir noch einige Ideen entwickeln“, sagt Falk. Dafür sollen nach Möglichkeit auch kleine Tische angeschafft werden.

Die nachhaltige Wirkung einer solchen Ausstattung liegt für ihn in der ritualisierten und regelmäßigen Nutzung durch alle Lehrer und ihre Klassen.

„Festgelegte Diskussions- und Gesprächsorte außerhalb des Klassenraums bieten die Gelegenheit, in ritualisierter Form Verhaltensweisen, Konflikte und vieles mehr gemeinsam zu besprechen“, erklärt der Schulleiter.

Schüler erführen auf diese Weise, dass Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des friedlichen Zusammenlebens sei.

Von Helga Kristina Kothe

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