Schüler der Klasse 9

Projekt „Jung+Alt“:  Schüler engagieren sich für Senioren

Engagieren sich: Jennifer (vorn von links), Carolin, Marielle, Beritan und Laura sowie Frau Pilgrim (hinten von links), Janek, Tom, Irmgard Theiss, Kiyan, Julia, Dominik, Paula Struppert und Anastasia, sind im Projekt Jung + Alt aktiv. Foto: Oschmann

Fuldatal. Die Frage nach den Vorurteilen gegenüber jungen Leuten versteht Edda Pilgrim (72) nun gar nicht. „Wieso Vorurteile“, fragt sie zurück, „Tom und Daniel sind einfach toll, ich bin sehr sehr zufrieden mit den beiden“, erklärt sie begeistert.

Die beiden Jungs gehen in die Klasse 9 der Gesamtschule Fuldatal, und sie engagieren sich, wie andere ihrer Jahrgangsstufe, im Projekt „Alt + Jung“.

Auch Lisa und Marielle machen mit. Sie kümmern sich um Paula Struppert (80) und haben sich mit der aufgeschlossenen Seniorin inzwischen richtig angefreundet. Carolin und Beritan haben das Herz von Irmgard Theiss (87) gewonnen. „Ich freue mich so, wenn die Jugend zu mir kommt“, sagt die lebhafte alte Dame.und strahlt.

Alt + Jung heißt ein gemeinsames Projekt der Gesamtschule Fuldatal und des Nachbarschaftsvereins Fuldatal, der es 2009 initiiert hat. Jetzt hat das Projekt im Januar neu gestartet.

Gemeinsame Aktivitäten

Die Idee: Junge Leute kümmern sich einmal in der Woche um Senioren. Reden, spazieren- und Eis essen gehen, Kaffee trinken, einkaufen und in die Stadt fahren sind beliebte gemeinsame Aktivitäten.

„Manchmal brauchen die älteren Leute auch richtig Hilfe, dann sortieren wir mit ihnen CDs, Schallplatten, Bücher, Urlaubsfotos“, erzählen Dominik und Kiyan.

„Für mich ist es eine große Freude, wenn Beritan und Carolin mir aus meiner englischen Zeitschrift vorlesen“, erzählt Irmgard Theiss, die sehbehindert ist. „Weil Frau Theiss in den USA gelebt hat, hat sie viel zu erzählen“, sagen die beiden Mädchen.

Vorurteile gegenüber alten Menschen? „Nein“ , sagt Julia, „sie haben viel erlebt und können uns aus dem Krieg erzählen“, sagt sie. Es sind Freundschaften entstanden.

„Die jungen Leute kümmern sich richtig, fragen nach, wenn jemand krank ist, wollen helfen, berichtet Lehrerin Ingrid Garbisch, die das Projekt betreut. „Sie übernehmen Verantwortung“, ergänzt Schulleiterin Christine Sauer, „und wir entdecken an unseren Schülern ganz neuen Seiten“.

Petra Herbst und Horst Wagner vom Nachbarschaftsverein wollen sich mit dem Projekt dafür einsetzen, dass junge und alte Menschen einen neuen Zugang zueinander finden, wie sie erklären.

Man müsse offen und bereit sein, sich auf die andere Generation einzulassen, Nicht jeder Schüler, nicht jeder Senior sei geeignet, ist man sich einig. Darum würden die Beteiligten sorgfältig ausgewählt.

Von Sabine Oschmann

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