Stadträtin zum Volkstrauertag: Schere zwischen Arm und Reich ist Gefahr

Kranzniederlegung am Mahnmal in Altenritte: Stadträtin Dellit (vorn) sagte in ihrer Rede, dass jeder im Alltag für den Erhalt des Friedens sorgen müsse. Foto: Dilling

Baunatal. Drei Säulen symbolisieren in Altenritte eine 75 Jahre währende Phase in der Geschichte Europas, in der sich Gewalt und Brutalität zwischen den Völkern zu einem blutigen Inferno steigerten.

Im einzelnen: Die Säulen erinnern an den französisch-deutschen Krieg von 1871, den Ersten Weltkrieg und den Zweiten Weltkrieg, der 1945 mit dem Untergang des Nazi-Regimes endete.

„Doch für niemanden ist der Frieden garantiert“, sagte Baunatals Stadträtin Karin Dellit (SPD) während der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag vor gut zwei Dutzend Besuchern am Altenritter Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewalt. Sie erinnerte in der Feierstunde an die Opfer der Kriege unserer Zeit, im Irak, Syrien oder Afghanistan.

Kriegsgeneration

Die Generation der Menschen, die in Deutschland noch die Zerstörungskraft und das Elend des Kriegs erlebt haben, werde ständig kleiner, sagte Dellit. Daher müsse man vor allem an die nachwachsenden Generationen appellieren, den Frieden zu erhalten. Das sei für jedermannn eine Verpflichtung, die schon in seinem persönlichen Alltag beginne. „Der Frieden fängt im Innern an“, meinte Dellit. Und dort lauerten einige Gefahren. Keiner dürfe wegen seiner Meinung, Religion oder seines Andersseins ausgegrenzt werden.

Mini-Löhne untraghbar

Außerdem sei die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich eine Bedrohung. Mini-Löhne, von denen man sein Auskommen nicht mehr bestreiten könne, seien untragbar. „Soziale Unterschiede bergen den Sprengstoff für die Gesellschaft von morgen“, erklärte die Stadträtin.

Die Gedenkveranstaltung wurde von Aktiven des Musikzugs Baunatal begleitet.

Von Peter Dilling

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