Walter Trapp gehörte zur ersten deutschen Einheit, die nach 1945 ins Nachbarland zog

Friedlich nach Frankreich

Walter Trapp

Baunatal. Die Geschichten von den ersten und letzten Rekruten aus unserer Region, die wir aus Anlass des Endes der Wehrpflicht berichteten, haben Walter Trapp auf den Plan gerufen. Der 72-jährige Altenritter, so schrieb er uns mit Augenzwinkern, gehörte zur ersten deutschen Einheit, die friedlich beim früheren sogenannten Erzfeind Frankreich einmarschierte. Gemeint ist eine Truppenübung im Herbst 1960, von der auch in den Hessischen Nachrichten – Vorgängerzeitung der HNA – zu lesen war.

Panzergrenadier

Trapp, den viele als früheren Hauptamtsleiter (1991 bis 2000) der Stadt Baunatal und SPD-Stadtverordneten (seit 2001) kennen, diente vor fünf Jahrzehnten in Fritzlar: Von April 1960 bis März 1961 gehörte er zum Panzergrenadierbataillon 53 in der Domstadt.

Im Herbst 1960 wurde die Einheit zur ersten gemeinsamen Truppenübung mit dem französischen Heer entsendet. Die fand beim Städtchen Sissonne gut 40 Kilometer nördlich der Champagner-Metropole Reims statt und dauerte drei Wochen. „Das ist damals durch sämtliche Medien gegangen“, so erinnert sich Trapp.

Dem Altenritter Soldaten kam obendrein eine besondere Aufgabe zu. So erzählt er die Geschichte selbst: „Ich war seinerzeit nebenbei Stabshornist und habe jeweils beim Grenzübergang, bei den Übungen, aber auch zum Wecken, zum Zapfenstreich und natürlich bei der Rückkehr in Fritzlar – abwechselnd mit anderen Kameraden – das Horn geblasen.“ Und das, obwohl Trapp ansonsten mit Musik nicht viel am Hut hatte.

Frankreich-Erfahrung schon vor 50 Jahren – eigentlich eine gute Voraussetzung, um in Baunatals Partnerschaft mit dem französischen Vire (Normandie) einzusteigen. Da aber ist Trapp nie gewesen, wie er sagt. Grund: Er hat sich von Anfang an auf die weitere Baunataler Schwesterstadt Vrchlabí in Tschechien konzentriert. Archivfoto: Herzog

Von Ingrid Jünemann

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