Stadtverwaltung änderte Nutzungsordnung

Friedparks in Vellmar: Grabschmuck muss weg

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Neue Regelung für die Friedparks in Vellmar: Nur noch Blumenschmuck mit einem Durchmesser von maximal 30 Zentimetern und im Bereich der mit Mulch ausgewiesenen Baumfläche darf aufgestellt werden.

Vellmar. Engel, Laternen, Lichter und Blumen – überall auf dem Gelände des Friedparks in Vellmar-West steht der Grabschmuck. Und genau dieser soll ab dem 1. April verschwinden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Zukünftig darf nur noch eine Schale pro Grabstelle mit einem Durchmesser von maximal 30 Zentimetern aufgestellt werden. Und auch nur im Bereich der mit Mulch ausgewiesenen Baumscheiben. Der Beschluss geht zurück auf eine Empfehlung der Friedhofskommission. Diese hatte im Juni vergangenen Jahres die Friedparks in Vellmar-West und Niedervellmar unter die Lupe genommen.

Bei einem Friedpark gehe es darum, die Grabstätte möglichst naturbelassen zu gestalten. „Engel und Lichter entsprechen nicht dem Charakter einer Friedparkanlage“, sagt Damm. Wolle man diesen Grabschmuck, müsse man eine andere Grabform wählen, betont er. Ein von der neuen Regelung betroffenes Ehepaar aus Vellmar ist bestürzt über die Aussagen der Stadt: „Für die ist das nur ein Verwaltungsakt.“

Dass gerade die Engel und Grablichter der Verwaltung ein Dorn im Auge sind, können sie nicht verstehen: „Die Stadt muss uns nicht erklären, wie man mit Trauerbewältigung umgeht“, sagen sie. Vor allem dass der Grabschmuck bis Ostermontag entfernt werden muss, empfinden sie als Frechheit: „Allein daran wird schon deutlich, dass sich die Verwaltung um die Angehörigen von verstorbenen Familienmitgliedern keine Gedanken macht.“

Datum unglücklich gewählt

Bei der Stadt hat man eingesehen, dass das Datum unglücklich gewählt ist: „Dass die Frist auf Ostern fällt, tut uns sehr leid“, betont Damm. Zudem müssten Betroffene nicht befürchten, dass ab dem 1. April sämtlicher Grabschmuck abgeräumt wird. Nach Ostern wolle man erst einmal überprüfen, wie viele Leute den Grabschmuck beseitigt haben. Falls nötig, werde dann ein weiteres Schreiben mit einer neuen Frist rausgehen, sagt Damm. Erst danach werde die Friedhofsverwaltung beginnen, den Grabschmuck abzuräumen.

Von Nina Thöne

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