Lautenbachtal: Waldwege werden befestigt, Zisternen installiert – Gemeinde trägt Kosten von 145 000 Euro

Frischekur für die Laubenpieper

Beschauliches Tal: Die Infrastruktur im Lautenbachtal bei Helsa soll jetzt behutsam ausgebaut werden. Um den Brandschutz in dem Wochenendhaus-Gebiet zu sichern, wird der Waldweg mit Schotter befestigt, auch zwei Löschwasserzisternen werden errichtet. Archivfoto: Schindler

Helsa. Nach jahrelangem Tauziehen um eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung soll das Lautenbachtal bei Helsa als Wochenendhaus-Gebiet gesichert und für den Brandschutz ertüchtigt werden. Die Planung des Architekturbüros Bankert, Linke & Hupfeld und des Ingenieurbüros Wenning (beide Kassel) steht, am heutigen Mittwoch (20 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus) wird sich die Helsaer Gemeindevertretung mit der Entwicklungssatzung beschäftigen und das Beteiligungsverfahren in Gang setzen.

40 Häuser im Tal

Betroffen von der Satzung sind rund 60 Eigentümer. Auf ihren Grundstücken in dem idyllischen Tal befinden sich etwa 40 Häuser, die teilweise dauerhaft bewohnt sind. Für sie ist der Brandschutz bisher nicht gewährleistet.

Die Pläne sehen vor, dass die beiden Hauptwege behutsam so ausgebaut werden, dass schwere Feuerwehrfahrzeuge hier fahren können. Um die Kosten gering zu halten, werden die Straßen nicht asphaltiert, sondern als Schotterwege in drei Meter Breite ausgeführt.

Weg zur Altstätter Hütte

Ausweichbuchten für den Begegnungsverkehr in dem engen Tal werden geschaffen. Auch der Weg zur Altstätter Hütte, wo Generationen von Kasseler Jugendlichen vergnügliche Freizeiten verbracht haben, wird ertüchtigt.

Außerdem werden zwei Löschwasserzisternen mit je 100 000 Liter Fassungsvermögen errichtet. Neue Wendeplätze und Standplätze an den Zisternen sollen Platz bieten für große Feuerwehr-Lkw und Klärfahrzeuge, die die Klärgruben an den Häusern leeren.

Keine Wasserleitungen

Damit ist klar: Das Lautenbachtal bleibt Wochenendgebiet, Kanal- und Wasserleitungen wird es auch in Zukunft hier nicht geben.

Die Kosten trägt die Gemeinde Helsa, die Anlieger werden nicht herangezogen. Die Gemeinde rechnet mit Gesamtkosten von 145 000 Euro – 110 000 Euro für die Zisternen, 35 000 Euro für den Wegebau und den Erwerb einiger Grundstücksteile. Das Geld ist im Gemeindehaushalt für das laufende Jahr eingeplant, die Pläne sollen vor dem Jahresende verwirklicht werden.

Hubschrauber bringt Tanks

Zunächst sollen die Pläne im Sommer für vier Wochen offengelegt werden. Dann können Betroffene und beteiligte Ämter ihre Stellungnahmen abgeben. Vor allem mit dem Forst müsse man sich einigen, meint Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Denn die Gemeinde sei bei dem Konzept auf die Nutzung von Forstwegen angewiesen; anders sei das Lautenbachtal nicht zu erschließen.

Die Aufstellung der beiden Löschwasserzisternen – gedacht ist an ausgemusterte Tankstellentanks – wird in einer spektakulären Aktion erfolgen. Da für einen Autokran in dem engen Tal kein Platz ist, sollen die Riesentanks mit Transporthubschraubern eingeflogen werden.

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Von Holger Schindler

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