A44-Planung bei Kaufungen: Land spricht mit betroffenen Kommunen

Hier soll alles anders werden: Die bestehende A7-Ausfahrt Kassel-Ost soll einem Autobahndreieck weichen, die Anschlussstelle bei Kaufungen-Papierfabrik (rechts im Bild) soll verschwinden. Die nächste Auf- und Abfahrt wäre dann bei Niederkaufungen. Wo genau die A44 verlaufen soll, ist noch nicht bekannt. Die Trasse wird sich aber am Verlauf der B7 orientieren. Die genaue Planung soll im Laufe des Sommers veröffentlicht werden. Foto: Prall

Kaufungen/Helsa. Zufrieden hat sich Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß darüber geäußert, dass das Land Hessen nun mit der von der A44-Planung betroffenen Gemeinde in Dialog getreten ist. Bisher hatte diese vergeblich gefordert, im Vorfeld des Planfeststellungsbeschlusses einbezogen zu werden.

Nach einem Gespräch im Verkehrsministerium in Wiesbaden im April habe nun ein weiteres in Kassel stattgefunden. Roß spricht von einer offenen Atmosphäre. Geplant sei, den Dialog fortzusetzen. „Wir sind gesprächsbereit und ein konstruktiver Gesprächspartner“, sagte Roß der HNA. Bisher hatte die Gemeinde vergeblich gefordert, im Vorfeld des Planfeststellungsbeschlusses einbezogen zu werden. Nun hat der Hinweis, dass Kaufungens Positionierung zur Lossetaltrasse auch davon abhänge, wie mit den Forderungen aus der Gemeinde umgegangen werde, offenbar gefruchtet. Schließlich möchte das Land die A 44 möglichst schnell bauen, langwierige Verwaltungsgerichtsverfahren gegen den Abschnitt Kaufungen-Helsa (Verkehrskosteneinheit VKE 11) sind da hinderlich.

„Es geht uns um den bestmöglichen Schutz unserer Bevölkerung“, sagt der Bürgermeister. An den Forderungen aus Kaufungen, die seit 2006 auf dem Tisch liegen, habe sich nichts geändert. Bei den Gesprächen sind neben dem hessischen Verkehrsministerium und der Gemeinde Kaufungen auch die Kommunen Helsa und Niestetal, Stadt und Landkreis Kassel sowie die verkehrspolitische Sprecherin des deutschen Bundestags, die SPD-Abgeordnete Ulrike Gottschalck (Niestetal), vertreten.

Bei den Gesprächsinhalten gibt sich das Ministerium bedeckt. Man habe Stillschweigen vereinbart, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Harms auf Nachfrage. Und weiter: „Es gibt keinen neuen Sachstand. Jetzt ist der Bund am Zug.“

Seit Februar liegen die Planungsunterlagen zur Prüfung beim Bundesverkehrsministerium. Im Vorfeld war durchgesickert, dass der Bund aus Kostengründen vor allem die geplante Grünbrücke bei Kaufungen unter die Lupe nehmen will.

In der Regel dauere die Prüfung ein halbes Jahr, meinte Ulrike Gottschalck zur HNA. Sie wertet es als Erfolg, dass die Bürgermeister der betroffenen Kommunen nun einbezogen würden. Ziel des Dialogs sei, „ohne Schaum vorm Mund“ die „geringstmöglichen Belastungen für die Bürger zu erreichen“.

Neben dem erwarteten Zuwachs an Verkehrslärm ist der Gemeinde Kaufungen vor allem die Behinderung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung durch die A 44 ein Dorn im Auge. So sind 17 Hektar im Gewerbegebiet Papierfabrik seit 1996 mit einem Planungsverbot belegt. „Diese Entwicklungsnachteile müssen behoben werden“, sagt Bürgermeister Roß.

Auch das von Kaufungen und Niestetal gemeinsam ins Gespräch gebrachte Gewerbegebiet Heiligenrode-Süd liegt seit Jahren auf Eis.

Von Holger Schindler

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