Regenschauer, Grimms Märchen und ein vermeintlicher Leichenfund – Eine kuriose Reiterrallye

Für den Froschkönig ins Wasser

Pitschnass: Lena van Dromme holte alle Kugeln des Froschkönigs aus dem Wasser.

Niestetal/Staufenberg. Märchenhaft war die Wetterprognose zur Reiterrallye des Reitsportvereins Kassel-Niestetal nicht. Und dann hielt das Wetter, was die Meteorologen vorhergesagt hatten: Dauerregen.

 „Ab 5.30 Uhr morgens klingelte ständig das Handy: Bitte sagt die Rallye nicht ab, wir kommen“, erzählte Jaqueline Koschella, 2. Vorsitzende. Insgesamt reisten 63 Teilnehmer an, einige sogar aus Westfalen.

Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, als in der Nacht Regengüsse die vorgesehenen Reitwege aufweichten und die gemalten Markierungspfeile fortschwemmten. „Wir haben alle mobilisiert, Vereinsmitglieder, Familie, Freunde“, sagte Olga Schäfer, Vorsitzende des Vereins. Am Ende waren es 40 Helfer, die innerhalb von zwei Stunden neue Schotterwege zu den Aufgabenstationen suchten, markierten und umgestürzte Bäume wegräumten.

Dann stand dem Start des zehn Kilometer langen Rundkurses, der vom Reiterhof OMS Horse in Landwehrhagen erfolgte, nichts mehr im Wege. In märchenhafter Aufmachung ritten die Teilnehmer kostümiert als Rapunzel, Rattenfänger von Hameln, der gestiefelte Kater, Prinzessinnen oder, wie Martina Scheller und Stefanie Haenser, als Schneeweißchen und Rosenrot. Denn jedes Kostüm erhielt Sonderpunkte.

Weitere Punkte sammelten die Teilnehmer an fünf Aufgabenstationen. Bei „Frau Holle“ schüttelte Jana Zilch vom Pferderücken aus tüchtig die Betten. Sandra Schmidt hatte alle Hände voll zu tun, möglichst viele Flocken aufzufangen. Hier galt es versteckte Goldtaler zu finden.

Ganzen Einsatz zeigte Lena van Dromme beim „Froschkönig“. In zwei Minuten mussten sechs goldene Kugeln tief aus dem mit Wasser gefüllten Brunnen geholt werden. Kurzerhand sprang die Schülerin in den Wasserbottich, fischte eine nach der anderen Kugel heraus. Gegen Mittag löste dann die Station „Rotkäppchen“ sogar einen Polizeieinsatz aus. Rotkäppchens Großmutter, eine Puppe, die aus mit Stroh gefüllten, hellen Plastiktüten geformt, mit Kopftuch und T-Shirt liegend am Baum lehnte, hatten vorbeifahrende Autofahrer als vermeintlichen Leichenfund der Polizei gemeldet. Die ausrückenden Beamten staunten nicht schlecht über den angeblichen Fund.

Von Irmgard Zinn

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