Vom Grauschimmel befallen: Frost hat auch den Raps geschädigt

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Blick aufs Getreide: Rainer Even (ganz rechts) hat Winterweizen auf Frostschäden untersucht. Auf dem Sonnenhof  informierte er Herbert Köhler (von links), Matthias Strube, Heinrich Dittmar, Harald Hellmuth und Herbert Lange, daneben Dierk Koch, Großenritter Landwirt und Leiter der Versuchsstation.

Baunatal/Schauenburg. Mit sicherem Griff holt Rainer Even die Rapspflanze aus dem Boden. „Die eine Blatthälfte ist gesund, die andere krank“, sagt der Mitarbeiter des Landesbetriebes Landwirtschaft und bricht den Stängel dann an einer Stelle auf.

Dort wird sichtbar: Die Pflanze ist von Grauschimmel befallen, von Botrytis, wie der Pilzbefall unter Fachleuten heißt.

Rainer Even ist mit Landwirten aus der Region auf Feldern des Großenritter Sonnenhofs unterwegs. Dort hat Bauer Harald Hellmuth unter anderem Raps angepflanzt. Das satte Grüne trügt. Viele Triebe sind durch den langen Frost im Februar geschädigt. An den Stellen, wo die Kälte die Pflanze erwischt hat, können die Krankheitserreger eindringen. Schlimmstenfalls knickt die Rapspflanze bei Wind an genau dieser Stelle ab.

Befallsgrad bis zu 90 Prozent

In den vergangenen Wochen waren vor allem die Wintergetreide Weizen und Gerste im Blick der Landwirte. Bis zu 50 Prozent der Bestände mussten aufgrund von Frostschäden umgebrochen werden. Auch Landwirt Harald Hellmuth hat diese schmerzliche Erfahrung auf einem Feld gemacht. Doch zunehmend rückt nun der Raps in den Blickpunkt. Der Landesbetrieb Landwirtschaft geht davon aus, dass einige Felder erheblich durch Botrytis geschädigt sind. Ganz genau lasse sich das Ausmaß nicht beziffern, so Even. „Der Befallsgrad schwankt zwischen fünf und 90 Prozent.“

Am Sonnenhof sieht der Raps insgesamt gar nicht so schlecht aus. Den Landwirten bleibe sowieso nur abzuwarten, sagt Rainer Even. „Eine Bekämpfung der Botrytis ist nicht möglich. Wir können keine befallene Pflanzen heilen.“

Von Sven Kühling

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