Trendsportart erreicht Nordhessen: Zwei Teams, eine Bahn, kein Ball, kein Schläger

Fünf gegen Fünf auf Rollen

Punkten beim Überholen: Kimora Klug (links, alias Kimi Karbashian) und Almi Fuhrmann (alias Curly Cruel) sind genauso wie ihre Mitspieler mit Leidenschaft und viel Engagement beim Roller Derby dabei. Fotos:  Grigoriadou

Baunatal. Immer schneller und schneller dreht Kimora Klug alias Kimi Karbashian ihre Runden, punktet und bremst, als der Schlusspfiff zu hören ist. „Sehr gut“, sagt Schiedsrichter und Trainer Marco Adam aus Homberg und klatscht in die Hände.

Ein neuer Trendsport in Deutschland heißt Roller Derby, importiert aus den USA. „Es geht dabei um Ausdauer, Kraft, Strategie und Taktik“, erklärt Haupttrainerin Julia Lassalle. Besonderheit ist auch, dass sich die Spieler besondere Namen geben – siehe Kimora.

Zusammen mit Marco und Susanne Adam leitet Lassalle das Training der 20-köpfigen Mannschaft, die mittlerweile zu einer gemeinsamen Sparte von GSV Eintracht und KSV Baunatal gehört. „Seit August stehen wir auf den Rollen.“ Kennen gelernt hat Julia Lassalle Roller Derby in ihrer alten Studienstadt Karlsruhe.

„Dieser Sport wird schnell immer beliebter“, sagt sie und lacht. „Man muss psychisch und physisch auf der Höhe sein. Außerdem ist es ein Vollkontaktsport, darauf sollte man sich einstellen.“

Beim Roller Derby fahren zwei Mannschaften mit jeweils fünf Spielerinnen auf einer ovalen Bahn, dem Track.

Überrunden und schützen

Eine Spielerin (die Jammerin) jedes Teams versucht, durch Überrunden der Gegner zu punkten. Die Aufgabe der gegnerischen Blocker ist es, sie daran zu hindern. Gleichzeitig beschützen sie aber ihre eigene Jammerin – und das mit vollem Körpereinsatz.

Momentan gilt Roller Derby als Frauensport. „Klar spielen auch Männer, aber wir sind eine reine Frauenmannschaft. Männer fungieren als Schiedsrichter.“ Dennoch sind Männer zum Training willkommen. „Wir fahren mit voller Schutzausrüstung, das ist Pflicht“, sagt Marco Adam. Interessierte bekommen bei einem Probetraining die Grundausrüstung gestellt.

Voraussetzung ist Volljährigkeit und Lust, sich in die Mannschaft zu integrieren. „Es reicht nicht aus, nur zum Training zu kommen“, sagt Julia Lassalle. „Wir organisieren alles selber, kümmern uns um Facebook-Auftritt, Homepage und was sonst noch dazu gehört.“

So außergewöhnlich macht den Sport nach Meinung von Marco und Susanne Adam die Herzlichkeit. Wie eine große Familie seien die Roller-Derby-Teams. „Bei Fragen, Problemen oder Ideen kann man sich jederzeit an andere Mannschaften wenden. Es ist ein sehr freundschaftliches Verhältnis“, sagt Susanne Adam.

Vielerlei Berufe

Hausfrauen, Technikerinnen, Erzieherinnen: „Viele Berufs- und Altersgruppen sind in unserer Mannschaft vertreten“, sagt Julia Lassalle. Trainingszeiten sind dienstags von 20 bis 22 Uhr und sonntags von 16.30 bis 19 Uhr. im Sportkomplex an der Stettiner Straße 9 in Großenritte.

Kontakt: Marco Adam, Telefon 01 72/6 00 74 49. www.facebook.com/roller. derby.ks www.sportkomplex.de HINTERGRUND

Von Anthoula Grigoriadou

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