Wohnungsgesellschaft untätig

Baunataler hat fünf Tage lang Wasser im Keller

Arbeiten im Vorgarten: Am Dienstag und Mittwoch wurde die defekte Wasserleitung im Auftrag der Stadtwerke Baunatal repariert.

Baunatal. Lothar Willius traute seinen Augen nicht. Als er am vergangenen Freitag den Keller des Hauses Akazienallee 22 in Altenbauna betrat, stand darin mehrere Zentimeter hoch das Wasser. Einem Nachbarn sei der Schaden gegen acht Uhr morgens aufgefallen, sagt der 62-jährige Mieter.

Mehrfach hätten er und andere Nachbarn daraufhin ihren Hausmeister der zuständigen Wohnungsgesellschaft Gagfah informiert. Als bis Sonntagabend immer noch Wasser von der Wand in die Räume lief, rief Willius die Feuerwehr. „Die hat den Keller dann leer gepumpt.“

Willius berichtet, dass er dem Hausmeister ab Freitag mehrfach auf den Anrufbeantworter gesprochen und ihn über den Schaden informiert habe, doch daraufhin sei zunächst nichts passiert. Erst als er am Sonntag ankündigte, dass er nun die Feuerwehr alarmiere, habe ihn der Mann schließlich zurückgerufen. Der Hausmeister habe ihm daraufhin gesagt, dass es sich um Grundwasser handele und man da nichts machen könne.

„Ich habe Sandsäcke vor die Tür gelegt.“

Auch Nachbar Günter Kühn meint, dass der Hausmeister kein Interesse gehabt habe, etwas zu unternehmen. Der Mann habe gesagt, dass sein Arbeitgeber, die Gagfah, nicht bereit sei, irgendwelche Kosten zu übernehmen, sagt Kühne.

Das Wasser lief trotz des Abpumpens durch die Feuerwehr und Einsatz eines weiteren Nachbarn aus dem Haus, der mit Schaufel und Eimer die Brühe treppauf aus dem Keller schaffte, ständig wieder nach. Am Montag seien schließlich die Baunataler Stadtwerke informiert worden, berichtet Willius. Diese hätten dann festgestellt, dass es sich um einen Bruch der Wasserleitung auf dem Grundstück im Bereich des Vorgartens handelte. Der Schaden an der Zuleitung sei inzwischen behoben worden - fünf Tage, nachdem das erste Mal Wasser im Keller gestanden hatte.

Völlig anders schildert die Gagfah Group selbst die Situation. Der Hausmeister sei Freitag und Samstag vor Ort gewesen, sagt Gagfah-Sprecherin Bettina Benner. Außerdem habe der Mitarbeiter bereits am Samstag Kontakt mit der Feuerwehr aufgenommen. Diese habe ihm gesagt dass es sich um nachsickerndes Tauwasser handele. Es sei kein Notfall, man solle das beobachten. „Die Sache ist kontinuierlich abgearbeitet worden“, betont Benner.

Willius und Kühn sind mit dem Verlauf nicht so zufrieden. Noch immer stehe ein Rest Wasser sowie Dreck im Keller, sagen sie. Auch wenn sich der Schaden für sie in Grenzen halte, sei das alles ärgerlich. Kühn: „Einige Schränke sind von unten nass“, sagt er. „Ich habe das mit einem Wassersauger abgesaugt und Sandsäcke vor die Tür gelegt.“

Übrigens: Wenn Geld von der Stadt für den Feuerwehreinsatz berechnet werde, gehe die Rechnung an die Gagfah, sagt Stadtsprecher Roger Lutzi. „Das ist aber noch nicht klar.“

Von Sven Kühling

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