Ganz neues Bild an der A44: Windpark Schauenburg dominiert Landschaft

Versteckt: Vom Parkplatz Firnsbachtal sieht der Windpark Schauenburg nicht so mächtig aus. Von einer Anlage sind gar nur die Rotoren zu sehen.

Schauenburg. Der Windpark Schauenburg dominiert schon jetzt die Landschaft an der Autobahn 44. Momentan läuft noch der Testbetrieb.

Wer auf der Autobahn 44 zwischen den Anschlussstellen Kassel - Bad Wilhelmshöhe und Zierenberg fährt, muss sich auf ein ganz neues Bild einstellen: Der jetzt fertiggestellte Windpark in Schauenburg hat den Blick in die Landschaft stark verändert.

Besonders mächtig erscheinen die beiden der Autobahn zugewandten 200-Meter-Riesen, wenn man aus der Dortmunder Richtung in die tiefe Senke bei Breitenbach hineinfährt. Die von den insgesamt fünf Windrädern zuerst aufgestellte Anlage ist beispielsweise nur wenige Hundert Meter von der A 44 entfernt.

Frage der Perspektive 

Von Kassel kommend bietet sich ein Halt am Rastplatz „Hirzstein“ an. Man hat von dort oder aus dem Auto heraus einen Kilometer weiter in Fahrtrichtung Dortmund einen schönen Blick auf einige der neu errichteten Türme. Eine Anlage lugt nur mit den Spitzen ihrer Rotoren hinter Bäumen aus dem Wald heraus. Alles ist naturgemäß immer eine Frage des Standorts: Wer den Lindenberg etwa auf der Kreisstraße in Richtung Ehlen passiert, erlebt den neuen Windpark aus einem ganz anderen Blickwinkel und besonders hautnah.

An der Windpark-Großbaustelle ist jetzt indes weitgehend Ruhe eingekehrt. Das kleine Containerdorf mit den Büros des Bauunternehmens Nordex und der Kranspezialisten der Firma Maxikraft ist abgebaut. Nur noch einige leere Kabelrollen oder Absperrgitter erinnern jetzt an die heiße Bauphase von Oktober bis Februar.

Windpark theoretisch fertig 

Der Windpark sei „theoretisch fertiggestellt“, man befinde sich aber noch im Probebetrieb, sagte Andreas Fleischmann. Es werde schon Strom erzeugt und eingespeist, aber vom Normalbetrieb sei man noch ein paar Wochen entfernt, so der Projektleiter des in Nordfriesland ansässigen Investors GP Joule gegenüber der HNA.

Bis zur offiziellen, „recht pragmatisch gehandhabten Abnahme“ werde jede Windkraftanlage durch das Inbetriebnahme-Team der Firma Nordex noch auf Herz und Nieren geprüft und gewartet, sagte Fleischmann weiter.

Giganten: Besonders groß wirken die Windräder des Windparks Schauenburg von der A  44 in Fahrtrichtung Kassel. Fotos: Wohlgehagen

Für den Projektleiter ist jetzt Zeit für einen Rückblick und eine vorläufige Bilanz über die ursprünglich viel kürzer angesetzte Bauzeit. Geplant war, alle fünfWindkraftanlagen bis zum 31. Dezember fertigzustellen. Daraus wurde nichts: Durch Wetterunbilden, wie zu viel Wind oder starken Frost, verschob sich der Aufbau der Großkomponenten an mehreren Anlagen bis in das neue Jahr. Der letzte der fünf Turmriesen wurde Ende Februar fertig.

Er habe derartige Probleme mit äußeren Umständen noch nicht erlebt: „Wir haben vieles im Griff, aber das Wetter noch nicht“, sagte Andreas Fleischmann.

Der Projektleiter von GP Joule bestätigte, dass man mit vier Anlagen in das ab Januar neue Fördersystem der Energieförderung gefallen sei und die Situation jetzt anders zu bewerten habe. Zahlen hierzu nannte Fleischmann nicht.

GP Joule hatte die Gesamtkosten für den Windpark in Schauenburg vor dem Baubeginn mit rund 25 Millionen Euro beziffert. Der Plan ist nach wie vor, mit den fünf Anlagen der 2,4-Mega-Watt-Klasse jährlich Strom für den Bedarf von insgesamt 4650 Haushalten zu produzieren und ins Netz einzuspeisen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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