Das Ehepaar Martha und Otto Buckschat aus Bergshausen feiert heute das Fest der Eisernen Hochzeit

„Für mich stand fest, den schnapp’ ich mir“

Lieben sich seit 65 Jahren: Martha, genannt Else, und Otto Buckschat feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Foto: Oschmann

Fuldabrück. 1946, als er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, war für Otto Buckschat (92) der Krieg zu Ende. Da verschlug es den jungen Mann nach Zennern, ein Dorf bei Fritzlar. Und hier fand der gebürtige Ostpreuße, aufgewachsen in Berlin, sein Glück - in Gestalt von Martha Pfeiffer. Sie war die Tochter eines Bauern, der als Witwer mit sechs Kindern den Hof versorgte. Heute feiert das Ehepaar seine Eiserne Hochzeit.

„Beim Tanzen kamen wir uns näher, ich tanzte nämlich gern und gut“, erzählt Else Buckschat (88), wie sie genannt werden will und lacht verschmitzt. Wie kamen die beiden denn zusammen? „Ich hab‘ mein Lasso geschmissen“, erklärt die Ehefrau mit den hellblauen runden Augen gutgelaunt. „Det stimmt jenau“, bestätigt ihr Mann Otto, der so nett berlinert und viele Lachfältchen hat.

„Für mich stand fest, den schnapp‘ ich mir“, erklärt Else Buckschat schmunzelnd. Wenn aber Otto beim Küssen mal mehr wollte, wie die beiden sagen, ergriff Else die Flucht. „Da war se flott uff de Beene“, stellt der Senior klar und lacht herzhaft.

Samstags ne Kochwurst...

Nach der Heirat 1946 lebten die Buckschats 25 Jahre in Zennern, bekamen die Töchter Erika, Gisela und Marion. Der Familienvater, gelernter Bauschlosser, arbeitete im Kraftwerk Borken, seine Frau kümmerte sich um die Kinder und die Schwiegermutter, die Buckschats mit einem kleinen Trick nach Westdeutschland geholt hatten. „Samstags ne kleene Kochwurst für die janze Familie, sonntags Marjarine mit Pellkartoffeln, so war det eben“, beschreibt der alte Herr die schweren Jahre. Es war nicht immer einfach, sagen beide. In den sieben Jahren, als Otto Buckschat auf Montage war, ging Else nie aus. „Die Leute hätten sofort geschnattert“, erklärt sie.

Auf Reisen, nach Italien, Schweden und Norwegen, ging das Ehepaar erstmals seit der Silberhochzeit. Nach 25 Jahren im Fasanenhof folgte der Umzug in die Kohlenstraße. Aus dieser Zeit rührt die Freundschaft mit Werner Hollstein, berichten Buckschats, die vier Enkel und drei Urenkel haben. In ihrer neuen Wohnung in Bergshausen fühlt sich das außergewöhnlich rüstige Ehepaar pudelwohl. „Jetzt warten wir noch fünf Jahre, dann feiern wir Gnadenhochzeit“, erklärt Else Buckschat und lächelt.

Von Sabine Oschmann

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