Entscheidung über Trassenführung soll bis zum Sommer fallen

A44-Brücke bei Bergshausen: Zwei Varianten im Rennen

Verkehr hoch über den Dächern: Die Bergshäuser Autobahnbrücke wird abgerissen und neu gebaut – entweder an der heutigen Stelle oder etwas südlich verschwenkt. Die genaue Trassenführung steht noch nicht fest. Archivfoto: Fischer

Fuldabrück. Die Bergshäuser Brücke der A44 über die Fulda wird abgerissen und neu gebaut. Das hat das Bundesverkehrsministerium bereits vor Jahren entschieden.

Offen ist allerdings die Frage, wo genau die neue Brücke stehen wird. Zwei Planungsvarianten sind im Rennen.

Die Entscheidung über die Trassenführung soll bis zum Sommer fallen, teilte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus jetzt auf HNA-Anfrage mit. In diesem Zeitraum werde man die Trassenführung beim Bundesverkehrsministerium vorstellen. Der Verkehrsminister als Bauherr und Geldgeber muss die Planung absegnen.

Eine Vorentscheidung scheint es jedoch bereits jetzt zu geben. Von den fünf Varianten, die in den vergangenen Jahren diskutiert wurden, sind nur zwei in der engeren Wahl, bestätigte Sinemus der HNA: Variante 1 (Neubau am heutigen Standort) und Variante 3 (deutliche Verschiebung der Brücke in Richtung Süden).

Für Variante 1 sprächen „vor allem die geringen Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die deutlich geringeren Kosten“, so Sinemus.

Variante 3 habe den Vorteil, dass die Menschen weniger belastet werden. Denn die Brücke würde nicht wie bisher direkt über die Dächer der Wohnhäuser von Bergshausen führen, sondern weiter weg die Fulda überqueren. Die Lärmbelastung für die Anwohner wäre damit deutlich geringer. Die Nachteile, so Sinemus: Die Brücke würde um einiges länger und damit teurer. Außerdem müsste das Autobahndreieck Kassel-Süd vollständig umgebaut werden.

Die Planer gehen davon aus, dass mit beiden Varianten 1 und 3 „eine sehr deutliche Verbesserung für die Anwohner in Bergshausen zu erreichen“ sei, so Sinemus. Denn auch bei Variante 1 werde es einen besseren Lärmschutz als heute geben. So solle es bei einem Neubau an der heutigen Stelle höhere Lärmschutzwände auf der Brücke selbst und an der Autobahnstrecke in Wohnnähe geben. Die Schutzwände sollen über die Höhe von Lastwagen hinausragen, sodass künftig im Winter auch keine Eisplatten mehr in die Tiefe fallen können, sagte Sinemus.

Außerdem falle ein wesentlicher Lärmfaktor weg, weil die Übergangskonstruktionen einer neuen Brücke viel leiser seien als die bisherigen. Und schließlich solle auf der Brücke und dem ortsnahen Autobahnabschnitt Flüsterasphalt verwendet werden.

Über die Art des Brückenbaus gebe es jedoch noch keine Entscheidung, sagte Sinemus. Die Brücke sollte eigentlich 2018 fertig sein, durch die vertieften Untersuchungen wird sie aber frühestens 2020 oder erst 2022 fertig sein.

Im Vorfeld der Entscheidung über die Trassenführung werden laut Hessen Mobil zurzeit in der Fuldaaue bei Bergshausen faunistische Kartierungen vorgenommen, das heißt, Biologen untersuchen, welche und wie viele Vögel in dem Vogelschutzgebiet leben.

Von Holger Schindler

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