Ort soll weitgehend von Verkehrslärm verschont bleiben

A44: Bergshäuser Brücke weiter südlich geplant

Bäume an A44 gefällt: Kurz vor der Bergshäuser Brücke wurden neben der Autobahn zahlreiche Bäume gefällt. Die Rodungsarbeiten hätten aber nichts mit dem geplanten Brückenneubau zu tun, heißt es von Hessen Mobil. Foto: Schindler

Fuldabrück. Die Planer der Verkehrsbehörde von Hessen Mobil haben nach Informationen der HNA eine Vorentscheidung zum Neubau der Bergshäuser A44-Brücke getroffen:

Sie favorisieren einen Neubau, der weiter südlich über die Fulda führt und damit den Ort Bergshausen weitgehend von Verkehrslärm verschont.

Der Neubau an gleicher Stelle - die bisherige Vorzugsvariante - soll nicht realisiert werden.

„Das Land wird dem Bund die Südverschwenkung vorschlagen“, bestätigte A44-Projektleiter Ralf Struif auf Anfrage der HNA. „Ob der Bund dem Vorschlag folgt, das muss man aber abwarten“, so Hessen-Mobil-Planer Struif weiter. Denn die Baukosten seien bei der Südverschwenkung deutlich höher.

Das Land Hessen hat vom Bund den Auftrag, die Planung zu erarbeiten. Der Bund stellt, wenn er damit einverstanden ist, als Träger der Autobahnen das Geld zur Verfügung.

Anwohner hatten beobachtet, dass an der A44 kurz vor der Bergshäuser Brücke auf mehreren Hundert Meter Länge Bäume gefällt wurden. Ihr Schluss: Das könnte mit dem Bau der neuen Autobahnbrücke zusammenhängen. Das ist aber nicht der Fall, heißt es von Hessen Mobil. „Es handelte sich um routinemäßige Pflegearbeiten, Totholz wurde aus Sicherheitsgründen entfernt“, sagte Sprecher Horst Sinemus auf Anfrage der HNA. „Es gibt keinen Zusammenhang mit einer geplanten Baumaßnahme.“

Zur Prüfung der beiden Trassenvarianten läuft seit vergangenem Herbst die naturschutzfachliche Kartierung, sie soll im Sommer abgeschlossen sein. Dabei werden die Tiere im Vogelschutzgebiet der Fuldaaue registriert. Im Herbst wurden viele durchziehende Rastvögel, auf der anderen Fuldaseite mehrere Horstbäume mit Greifvögeln festgestellt, berichtete Struif. Er gehe wie die Naturschutzfachleute jedoch davon aus, dass es „keine unüberwindbaren Hindernisse für die Südvariante“ gebe.

Die Kasseler Hessen-Mobil-Planer haben die Südvariante laut Struif bereits im hessischen Verkehrsministerium vorgestellt. Dort sei man auf offene Ohren gestoßen. Der Schutz der Bürger von Bergshausen vor dem Brückenlärm spiele dabei eine große Rolle. „Der Bund schaut aber mehr auf die Kosten“, so Struif weiter.

Die bei der Südverschwenkung anfallenden höheren Kosten habe man mit dem Bundesverkehrsministerium schon mal diskutiert. Wenn man die volkswirtschaftlichen Kosten einbeziehe, dann relativierten sich die Baukosten. Denn bei einer Südverschwenkung könnte die bestehende Autobahnbrücke bis zur Fertigstellung des Neubaus genutzt werden. Beim Neubau an der heutigen Stelle dagegen gäbe es eine jahrelange Baustelle mit programmierten Behinderungen und Staus, die volkswirtschaftlich erhebliche Kosten verursachen.

Noch vor den Sommerferien will das Ministerium in Wiesbaden die Pläne dem Bundesverkehrsministerium vorlegen, sagte der A44-Projektleiter. „Ich hoffe, dass im Laufe dieses Jahres dann die endgültige Entscheidung für die Variante getroffen wird“, so Struif.

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