Post am Ostring in Bergshausen

Ärger um Postfiliale in Fuldabrück: Nicht zu Hause? Pech gehabt!

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Die neue Postfiliale in Dörnhagen: Kunden der Deutschen Post aus Dörnhagen und Dennhausen/Dittershausen müssen ihre nicht zugestellten Pakete in Bergshausen abholen. Zu ihnen gehört auch Wolfgang Pfleging (rechts), der in Dörnhagen wohnt und Kunde bei Erika Klinge ist.

Fuldabrück. Eine große Erleichterung ist es für Empfänger von Päckchen, wenn es in ihrem Ortsteil eine Poststelle gibt. Sind sie mal nicht zu Hause, wenn der Paketbote kommt, können Sie mit dem Zettel aus ihrem Briefkasten ihr Paket dort am nächsten Tag abholen. Nicht so in Fuldabrück.

Denn Bürger aus den Ortsteilen Dennhausen/Dittershausen und Dörnhagen müssen in diesem Fall bis zur Post am Ostring in Bergshausen fahren. Ein großes Ärgernis vor allem für die Dörnhagener – gibt es dort doch erst seit Kurzem eine neue Poststelle an der Rundstraße, im früheren „Bunten Lädchen“.

„Je nachdem in welchem Ortsteil man wohnt, muss man zwischen fünf und acht Kilometer zurücklegen, um die Paketsendung abzuholen“, sagt Postkunde Wolfgang Pfleging. Manchmal komme es vor, dass er ein Paket erst Tage später abholen kann. „Das ist machbar. Anders sieht es da bei älteren Menschen aus, die nicht mobil sind“, so Pfleging. Verkäufer Norman Hahn bestätigt das: „Da kommt eine 80-jährige Dame mit ihrem Abholzettel zu mir und ich muss ihr sagen, dass sie den Bus nach Bergshausen nehmen muss“. Hahn und seine Kollegin Erika Klinge sind seit dem 2. November bei der Post angestellt.

Andere Öffnungszeiten

„Die Kunden beschweren sich bei uns“, meint Klinge, die zu der Sache am liebsten gar nichts sagen würde. Die Post habe von Anfang an zu den Angestellten gesagt, die Pakete kommen nach Bergshausen, weil diese Filiale bessere Öffnungszeiten hat. Kunde Wolfgang Pfleging ging das Problem an und wandte sich im Dezember 2016 per Mail an das Unternehmen. Das Ergebnis: mau. Der Kundenservice teilte mit, er leite die Anfrage „an die zuständige Organisationseinheit“ weiter, damit sich die Kollegen mit ihm in Verbindung setzen können. Bis Januar passierte nichts, er schrieb noch einmal und bekam erneut die Antwort, eine zuständige Fachabteilung melde sich. Dieselbe Antwort gab es auch auf seine dritte E-Mail, die er Ende Januar schickte, und die der HNA vorliegt.

Die Postfiliale in Dörnhagen: Kabel hängen offen an der Wand und es stehen keine Regale.

Auf Nachfrage der HNA teilt Post-Pressesprecher Alexander Böhm mit, dass die Post keinen Einfluss darauf habe, ob eine Poststelle nicht zugestellte Pakete bei sich lagert. Wird eine Postfiliale eröffnet, werden die Leistungen, die der neue Betreiber anbieten will, mit der Post abgesprochen. „Möchte er das nicht, können wir ihm nicht vorschreiben, Benachrichtigungssendungen dort zu lagern“, so Böhm. Gründe dafür könnten sein, dass es zu wenig Lagerplatz gibt oder er sich zu wenig Umsatz verspricht.

„Ältere Menschen werden ja auch mit Lebensmitteln versorgt.“ 

Der Sprecher scheint die Situation in Fuldabrück nicht zu kennen – auch nicht, dass es sich hier um eine von der Deutschen Post selbst betriebene Filiale handelt. Das Argument, dass unter den Postkunden auch ältere Menschen sind, die Schwierigkeiten hätten, von Dörnhagen bis nach Bergshausen zur Post zu kommen, lässt der Postsprecher nicht gelten: „Ältere Menschen werden ja auch mit Lebensmitteln versorgt, dann können sie auch jemanden bevollmächtigen, ihr Paket abzuholen.“

Wer sich in dem Laden der Post in Dörnhagen umschaut, sieht leere Wände mit Tapetenresten und freiliegende Kabel. „Ich hätte ja längst Regale an die Wand gestellt“, sagt Hahn. Aber das liege nicht in seiner Hand.

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