Hessen Mobil beruft sich auf gesetzliche Regelung

Ampel ausgeschaltet: Übergang in Dörnhagen bringt Fußgänger in Gefahr

Fuldabrück. Wer hier die Straße überqueren möchte, der muss achtsam sein: Am Fußgängerübergang an der Melsunger Straße/Stellberg Straße im Fuldabrücker Ortsteil Dörnhagen ist die Ampel seit Wochen ausgeschaltet – vor allem in der Dunkelheit ein echtes Problem.

Zu prekären Situationen könnte es aber auch am Tag kommen, wenn ein Rollstuhlfahrer hier die Straße überqueren möchte. Denn im Zuge der Sanierung der Fahrbahndecke wurde diese leicht abgesenkt – der Abstand zwischen Fahrbahn und Bürgersteig ist damit nach Angaben der Gemeinde mehrere Zentimeter höher geworden.

Man sei froh, dass die Straßenbaubehörde Hessen Mobil die Fahrbahn erneuert hat, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Doch jetzt müsse auch die Ampel angeschaltet werden. Neben dem Sicherheitsproblem ärgert es ihn, dass diese Stelle statt behindertengerechter weniger barrierefrei wurde.

Für Bürgersteige seien die Kommunen zuständig, nicht das Land, sagt Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus auf HNA-Anfrage. Man habe eine Firma mit der Fahrbahnsanierung beauftragt. Dass die Bordsteinkante sich durch die Sanierung erhöht hat, ist ihm nicht bekannt. „Höhenmäßig hat es keine Verschlechterung gegenüber dem Zustand vor der Erneuerung gegeben“, habe ihm die örtliche Bauleitung bestätigt.

Ampel erst nach Markierung

Bauamtsleiter Dirk Widmer sei wegen des Bordsteins auf die beauftragte Firma zugegangen, berichtet Lengemann. Dort habe es aber geheißen, den Bürgersteig könne man nicht mitmachen. „Wir hätten uns ja darauf einigen können, dass wir die Kosten für die Bordsteinabsenkung übernehmen“, sagt Lengemann. Schließlich müsse die Barrierefreiheit so oder so hergestellt werden.

Wegen der Ampel habe man sich nach Abschluss der Fahrbahnarbeiten am 9. November an Hessen Mobil gewandt, um abzufragen, wann die Ampel wieder angeschaltet wird. Laut Horst Sinemus kann die Lichtanlage erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn die Haltelinien für Autofahrer markiert sind. Eine dauerhafte Markierung aus Heißplastik könne frühestens im April/Mai 2017 angebracht werden. Und auch eine Übergangsmarkierung erfordere eine besondere Witterung, so Sinemus.

Diese Antwort bekam auch die Gemeinde. „Wir haben dann den Vorschlag gemacht, die Ampel vorübergehend mit einem Blinklicht zu versehen“, berichtet Lengemann. Doch auch das sei nicht möglich – wegen der fehlenden Haltelinie. „So lange die nicht da ist, gibt es eine rechtliche Unsicherheit, weil Autofahrer nicht wissen, wo sie halten müssen“, teilt Sinemus mit.

Für die Absenkung des Bordsteins, für die etwa ein vierstelliger Betrag aufzuwenden ist, will Lengemann jetzt auf Geld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm zurückgreifen. Das muss aber noch von den Gemeindevertretern beschlossen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.