Instandsetzung sollte ursprünglich im Sommer 2017 starten

Arbeiten an maroder Bergshäuser Brücke beginnen frühestens im März 2018

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Keine sonnigen Zeiten für die Brücke: Ab März 2018 soll sie instand gesetzt werden – für die Verkehrsteilnehmer und Anwohner von Fuldabrück-Bergshausen wird sich aber bis zum Neubau der Brücke nichts ändern. Wann der ist, wird derzeit nicht beantwortet. 

Fuldabrück. An der Bergshäuser Brücke ist weiter Geduld gefragt: Mit der Instandsetzung der maroden A 44-Brücke soll nun nicht mehr wie ursprünglich angekündigt im Sommer 2017, sondern erst frühestens im März 2018 begonnen werden.

Weitere Schäden sollen auf diese Weise vermieden werden. Vor allem die Bürger des unter der Brücke liegenden Fuldabrücker Ortsteils Bergshausen wissen, was damit gemeint ist: Herunterfallende Metallstücke etwa oder Schrauben, die im Garten landen.

Der Verkehr auf der Bergshäuser Brücke rollt indes langsam: Seit Monaten werden Autos und Lastwagen hier dreispurig geführt, weil die Brücke dringend entlastet werden muss. Die Aussicht ist alles andere als rosig: Die besonders zu Hauptverkehrszeiten nervenbelastende Situation wird vermutlich noch Jahre andauern.

Horst Sinemus

Denn, wie berichtet, soll die Verkehrsführung bis zum Neubau der Brücke an anderer Stelle beibehalten werden – daran haben auch Vorstöße lokaler Politiker, unter anderem des Kreistags, nichts geändert. Auf erneute Nachfrage der HNA bei der Straßenbaubehörde des Landes, Hessen Mobil, heißt es weiterhin: „Derzeit laufen die Planungen für die Instandsetzungsarbeiten“. Sie laufen nun bereits seit Monaten. „Die Ausschreibungen für die Arbeiten laufen, es werden Berechnungen gemacht, Pläne für die Bauzeiten werden erstellt“ – inklusive der Sperrungen für den Verkehr, die auf Autofahrer zukommen werden, fasst Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus zusammen.

Von der Brücke gehe keine Gefahr aus, aber: An der Beibehaltung der Dreispurigkeit werde sich auch nach der Instandsetzung nichts ändern. Verkehrsteilnehmer würden weiterhin per LED-Tafeln auf der A 7, A 44 und A 49 vor Stau gewarnt und hätten die Möglichkeit, auf die A 49 auszuweichen. Ob die Umleitungen genutzt werden, könne man nicht nachvollziehen, so Sinemus.

Planung des Neubaus

Parallel laufen die Planungen für den Weiterbau der Autobahn 44 und die der Brücke. Das Hessische Verkehrsministerium hat damit die Deges, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und  -bau GmbH, beauftragt. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist bundesweiter Ansprechpartner in Sachen Straßenbau. Es wird die A 44 planen und den Neubau begleiten.

A44-Brücke über die Fulda

Der aktuelle Stand? „Wir haben im ersten Quartal 2017 die Unterlagen zum bisherigen Planungsstand erhalten und seitdem gesichtet“, teilt Sprecher Lutz Günther mit. Derzeit werden bisherige Unterlagen ausgewertet und nächste Schritte geplant. Auf der Internetseite www.deges.de werden im Bereich Bundesfern- und Landesstraßenbau vier laufende und abgeschlossene Projekte in Hessen aufgeführt – die A 44 mitsamt des Brückenneubaus ist noch nicht dabei.

Stichwort: Bislang nur Grobentwurf

Die Planungen für den Neubau der Brücke, die parallel zur Planung der Autobahn 44 erfolgen, stehen ganz am Anfang. Die vom Bundesministerium genehmigte Variante sieht vor, dass die dann sechsspurige Autobahn vor der Bergshäuser Brücke nach Süden abschwenkt und die Straße nach Dennhausen/Dittershausen überquert. Die neue Brücke wird nördlich der Fuldaschleife über den Fluss gebaut. Von dort aus schwenkt die A 44 auf die A 7 ein. Die Autobahn im Bereich des Kasseler Dreiecks-Süd muss deshalb umgebaut werden. Schätzungsweise soll der Neubau inklusive des Umbaus von Kassel-Süd rund 135 Mio. Euro kosten (Stand: Dezember 2016). (ket)

Hintergrund: Tragwerk soll entlastet werden

Die Bergshäuser Brücke besteht aus einem Nordüberbau (Fahrtrichtung Dortmund) und einem Südüberbau (Fahrtrichtung zur A 7). Der Nordüberbau wurde 1962 fertiggestellt, der Südüberbau 1971. Beide Überbauten sind vollständig aus Stahl hergestellt. Fachgutachter haben die Brücke untersucht und festgestellt, dass der Stahl wegen der hohen Intensität der Belastung durch den Verkehr, insbesondere durch die Lastwagen, Ermüdungserscheinungen zeigt. Die daraufhin von Hessen Mobil eingerichtete Verkehrslenkung – nur ein Fahrstreifen in Fahrtrichtung Autobahndreieck Kassel-Süd, weiterhin zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dortmund - wurde laut der Behörde zwingend erforderlich, um in Verbindung mit den vorgesehenen Verstärkungsmaßnahmen die Sicherheit der Bergshäuser Brücke zu gewährleisten. Bei der Instandsetzung wird der Nordüberbau mit zusätzlichen Stahlseilen unterspannt, um das vorhandene Tragwerk zu entlasten. Der Südüberbau wird stellenweise durch zusätzliche Stahlplatten verstärkt. 

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