Gebäuderuine in Fuldabrück

Backhaus Ranft: Wenn es der Eigentümer nicht abreißt, wird es die Gemeinde tun

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Schandfleck im Ort: Das Gebäude an der Melsunger Straße gegenüber des Dorfplatzes, in dem einmal das Backhaus Ranft beheimatet war, zerfällt immer weiter. Der Eigentümer kümmert sich nicht. Für den Brunnen gibt es bereits Interessenten.

Fuldabrück. Der Verbleib des Sorgenkinds an der Melsunger Straße, des ehemaligen Backhauses Ranft, beschäftigt viele Fuldabrücker. Eine klare Antwort auf die Frage, wann die Ruine endlich abgerissen wird, steht bislang aus.

Doch: Ein nächster Schritt ist getan. Nachdem das Gutachten dem Eigentümer zugestellt wurde, wird diesem als Nächstes der Bescheid zum Abriss zugeschickt.

Ab diesem Zeitpunkt wird er es in einer gewissen Frist entweder selbst abreißen lassen – oder aber die Gemeinde wird es tun. Wie berichtet, macht die Gemeinde dann als kreisweit erste Gemeinde Gebrauch von einem Paragrafen im Baugesetzbuch, der eine Art Zwangsabriss erlaubt.

Gutachten rechtfertigt Abriss

In dem Gutachten, welches dem Eigentümer bereits vor zwei Wochen zugestellt wurde, steht, dass der Abriss des maroden Gebäudes den Wert des Grundstücks steigern wird, das Haus abbruchreif ist und eine Sanierung teurer wäre. Ohne dieses Fazit wäre ein Abriss nicht gerechtfertigt.

Soll weg: Das ehemalige Backhaus Ranft ist nicht mehr zu gebrauchen. Mit dem Abriss des Gebäudes erhöht sich der Wert des Grundstücks.

Dass das Gutachten vor dem Verschicken des Bescheids dem Eigentümer zugeschickt wird, habe der Städte- und Gemeindebund der Gemeinde Fuldabrück empfohlen, berichtet Michaela Beine aus dem Fachbereich Bauverwaltung. Was die Sache jedoch weiter hinauszögert: Die Zustellungsurkunde der Post kam nicht zurück. Man wisse also nicht, ob der Mann das Gutachten erhalten hat oder nicht. „Ich habe bei der Post jetzt einen Nachforschungsauftrag gestellt.“ Zusätzlich werde man dem Eigentümer das Gutachten nun persönlich vorbeibringen. „Das machen wir zu zweit, damit es auch einen Zeugen gibt.“

Abriss frühestens im Oktober

Mit einer Frist von einer Woche könne er sich melden und er habe auch die Möglichkeit, noch zu sagen, dass er das Gebäude selbst abreißen lässt, so Beine. Nach einer Woche soll der Bescheid dann verschickt werden. „Die ganze Sache wird sich nun noch einmal um mindestens zwei Wochen verzögern“, sagt Beine.

Zum Abriss könnte es frühestens Ende Oktober kommen – „vorausgesetzt, es liegt bis dahin eine Baugenehmigung vor“, merkt Beine an. Was mit diesem Grundstück dann passiert, werde im Gemeindeparlament beschlossen. Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) hielte ein Wohnhaus für sinnvoll, „Bedarf ist da“. Aber bis hier wieder gebaut wird, werden wohl noch einige Monate ins Land ziehen.

Eigentümer könnte Fläche vermarkten

Ist das Haus abgerissen, geht es darum, sich die Kosten des Abrisses vom Eigentümer zurückzuholen. Wenn er das Geld nicht zahlt, kann er der Gemeinde das Grundstück überlassen, dessen Wert mit dem Abriss des maroden Gebäudes steigt. Dass der Eigentümer das Grundstück selbst vermarkten will, hält Bürgermeister Dieter Lengemann für unwahrscheinlich.

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