Hessen Mobil erteilt Absage

Bergshäuser Brücke an A44: Dauerhaft nur zwei statt vier Spuren?

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Weniger Spuren, weniger Eisschollen? Hessen Mobil zieht eine dauerhafte Reduzierung der Fahrstreifen auf der Bergshäuser Brücke zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Erwägung.

Fuldabrück. Mindestens 15 Jahre wird es laut Straßenbaubehörde Hessen Mobil dauern, bis der Ersatz für die Bergshäuser Brücke in Fuldabrück gebaut werden kann.

Weil die Brücke der gestiegenen Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen ist, wird im Sommer nachgebessert. Der Verkehr wird seit Anfang Februar auf drei Spuren geführt – eine Dauerlösung?

Denn neben dem Bauwerk selbst sind auch die Bürger einer permanenten Belastung ausgesetzt – sich ablösende Metallteile landen in ihren Gärten, genauso wie Eisschollen, die in den Wintermonaten von den Lastwagen-Planen herunterfallen. Eine weitere Belastung geht von dem Lärm aus.

Um kurzfristig die Bergshäuser Bürger zu entlasten und vor allem in Sachen Eisschollen Abhilfe zu leisten, schlug der Fuldabrücker Bürgermeister-Kandidat Carsten Marth (parteilos) jetzt vor: Man könne die aktuell vierspurige Autobahn dauerhaft auf zwei Spuren reduzieren. Indem nur noch die inneren Fahrspuren befahren werden dürfen, könnte man dem Herunterfallen von Eisschollen entgegenwirken.

Warnt vor Gefahr: Im Winter fliegen morgens Eisplatten von der Brücke nach unten.

„Die A 44 ist als mehrspurige Autobahn gewidmet und als solche zur entsprechenden Benutzung bestimmt“, teilt Hessen Mobil auf HNA-Anfrage mit. Grundsätzlich sei es das Ziel, „das übrige Straßennetz und mit ihm die Anwohner betroffener Ortsdurchfahrten von Verkehr zu entlasten“.

Der bestehende Verkehr müsse demnach auf den bestehenden Autobahnen abgewickelt werden, so Horst Sinemus, Sprecher der Behörde. „Eisschollen sind ein Problem, das durch fahrlässiges Handeln der Lastwagenfahrer entsteht.“ Sie sind rechtlich dazu verpflichtet, ihre Lastwagen vor Fahrtantritt von Eis zu befreien. Pflichtwidriges Handeln könne nicht zu einer verkehrlichen Anordnung führen. Sinemus verweist in diesem Zusammenhang auf das auf der Brücke bestehende Tempolimit von 60 Kilometern pro Stunde. „Damit wurden die rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft.“

Was es für die Verkehrssituation bedeutet, wenn einzelne Spuren der Bergshäuser Brücke gesperrt sind, ist aktuell erkennbar. Seit Anfang Februar sind die Fahrstreifen in Richtung Kasseler Dreieck-Süd auf einen reduziert. Auf der für diese Richtung gesperrten Spur fährt aktuell der Verkehr in die entgegengesetzte Richtung (Kreuz Kassel-West/Dortmund). Hintergrund sind Schweißarbeiten zur Instandhaltung der Brücke, die im Sommer 2017 beginnen sollen. Der ältere Teil der Brücke wird damit bis zu den Arbeiten entlastet. „Erst wenn diese Seite stabilisiert ist, können wir erneut schauen, wie belastbar sie ist“, so Sinemus.

Die Reduzierung auf eine Spur in Richtung A 7 hat Auswirkungen: In den Hauptverkehrszeiten zum Berufsverkehr staut sich der aus Dortmund kommende Verkehr bis zu vier Kilometer zurück – teils bis zum Westkreuz-Kassel, so Polizeisprecher Matthias Mänz.

Laut Hessen Mobil sind seit etwa zwei Wochen LED-Staumelder in Betrieb. In Kürze sollen zudem dynamische Wegweiser auf der A 44 und auf der A 49 aufgebaut werden, um den Verkehr rechtzeitig umzuleiten.

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