Tiere nisten im Pfeiler

Durchgang gesperrt: Fledermäuse stoppen Fußgänger an der Bergshäuser Brücke

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Kein Durchkommen unter der Brücke, wo Berg- und Triftstraße aufeinander treffen: Der Kran hievt Metallplatten unter die Brücke, um sie zu befestigen. Für Fußgänger bedeutet die Bauarbeiten weite Umwege. 

Fuldabrück. Fußgänger in Bergshausen müssen derzeit längere Umwege in Kauf nehmen. Schuld daran sind nicht nur Sanierungsarbeiten an der Bergshäuser Brücke im Bereich Berg-/Triftstraße, sondern auch schützenswerte Bechsteinfledermäuse.

Diese haben sich dort im Brückenpfeiler eingenistet. Dadurch können Fußgänger die Türen im Brückenpfeiler, durch die man ganz einfach auf die andere Seite der Brücke gelangen könnte, nicht nutzen.

„Im Jahr 2000 wurden erstmals Fledermäuse in der Brücke nachgewiesen. 2016 erfolgte eine artspezifische Erfassung: Die Fledermausart ‚Großes Mausohr‘ nutzt die Hohlräume in der Brücke als Winterquartier und auch ganzjährig als Tagesquartier“, erklärt Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, auf HNA-Nachfrage. Die Brücke werde aber nicht zur Aufzucht von Jungtieren genutzt. Angaben zur Anzahl der sich dort aufhaltenden Tiere könne er nicht machen.

„Brücken werden von Fledermäusen mangels natürlicher Quartiere deshalb gern angenommen, da es in den Hohlräumen ständig dunkel ist, diese frostsicher sind, dort keine Zugluft herrscht und sich keine Feinde wie Eulen, Greifvögel und Marder aufhalten“, sagt Sinemus.

Schutzdach wird errichtet

In dem Bereich der Bergs-häuser Brücke, wo die Bergstraße auf die Triftstraße trifft, wird seit Dienstag von Hessen Mobil ein Schutzdach errichtet. Aus Sicherheitsgründen ist der Durchgang unter der Brücke an dieser Stelle für Fußgänger weitläufig abgesperrt. Noch ist die „Umleitungsstrecke“ für Fußgänger nicht ausgeschildert, nur für den Autoverkehr sind an der Berg- und Triftstraße Sperrschilder aufgestellt.

Fußgänger müssen einen etwa 500 Meter langen Umweg in Kauf nehmen, wollen sie auf die andere Seite der Brücke gelangen: Die Lindenstraße entlang, dort unter der Brücke durch und „Am Sonnenhang“ weiter, so kann die andere Seite erreicht werden. „Es gibt auch einen kleinen Pfad, der die Strecke verkürzt, aber der ist total verwuchert“, teilte eine Mitarbeiterin von Hessen Mobil mit, die in einem Baucontainer vor Ort ihren Arbeitsplatz bezogen hat.

Bis spätestens 9. Juni sollen laut Sprecher Sinemus die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin sollte man gut zu Fuß sein, um die Umleitungsstrecke zu bewältigen.

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