Bürgermeister Lengemann: „Ich habe mich viel engagiert“

Fuldabrück. Bei einer Frage scheint der amtierende Bürgermeister von Fuldabrück, Dieter Lengemann (SPD), ratlos: Was er denn tun will, wenn es mit der dritten Amtszeit als Verwaltungschef nicht klappt.

„Ich müsste mir dann erst einmal Gedanken darüber machen“, sagt Lengemann im HNA-Gespräch und merkt an: „Ich arbeite gern und fühle mich noch zu jung, um in Rente zu gehen.“

Seit zwölf Jahren sitzt er im Chefsessel des Rathauses, jetzt hat er mit dem parteilosen Carsten Marth zum ersten Mal einen Gegenkandidaten. Auf seinen Wahlplakaten bezeichnet er sich als „Erste Wahl für Fuldabrück“ – „Ich bin zuversichtlich und das kann ich wohl auch sein“. Er habe viel getan für Fuldabrück, für die Stadtrandgemeinde, wie er sie nennt. Den Begriff „Speckgürtel“ mag er nämlich nicht.

Immerhin sei Fuldabrück finanzstark, es gebe mehr als 4000 Arbeitsplätze und mehr Ein- als Auspendler. In den vergangenen zwölf Jahren habe er die Arbeit seiner Vorgänger erfolgreich weitergeführt – beispielsweise in Sachen Güterverkehrszentrum (GVZ), an dessen Entwicklung er sich bereits vor seinem Amtsantritt 2005 ehrenamtlich beteiligte. Die Ziele der Bundes-SPD versucht er auch auf kommunaler Ebene umzusetzen, betont dabei den Aspekt der sozialen Gerechtigkeit – Altenzentrum Dörnhagen, Sozialstation, der Ausbau der Kinderbetreuung und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien seine Verdienste. Wenn er auch in Dennhausen/Dittershausen wohnt, den Bezug zu den einzelnen Ortsteilen habe er nicht verloren: „Ich wohne in Denn/Ditt, arbeite in Dörnhagen und bin häufig in Bergshausen.“

Ein Vorteil für ihn sei gewesen, dass er bereits vor dem Amtsantritt politisch tätig war. „Als ich hier angefangen habe, kannte ich die Problemfelder der Gemeinde schon“, sagt der 57-Jährige. Obwohl er von anderen Gemeinden für den Posten angefragt wurde, sei für ihn immer klar gewesen: „Wenn Bürgermeister, dann nur in Fuldabrück.“

Wird sich seine Amtszeit um weitere sechs Jahre verlängern, werde er seinen Kurs halten. „Mir fällt nichts ein, was in meiner Amtszeit in die Hose gegangen ist. Die Entscheidungen waren wichtig für die Gemeinde.“ Aber Themen wie die Bergshäuser Brücke treiben ihn um. Ob bezüglich Eisschollen, Metallteilen oder auch des neuen Standorts – „Ich habe mich viel engagiert, war sogar für Gespräche in Berlin.“ Auf den neuen Standort habe er nun keinen Einfluss, die Entscheidung treffe der Bund. Deshalb ärgere ihn der Vorwurf, er habe sich nicht gekümmert.

Auch weiterhin werde er Kritik und Anregungen seiner Bürger offen gegenüberstehen. So hat er jetzt zum Beispiel ein sechsjähriges Mädchen aus Bergshausen mit ihrer Mutter ins Rathaus eingeladen. Mit einem Bild hatte sie den Wunsch geäußert, die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kreisel in Bergshausen das ganze Jahr über leuchten zu lassen.

Die Kandidaten stellen sich am Dienstag, 21. Februar, ab 19 Uhr beim HNA-Lesertreff im Bürgerhaus Bergshausen dem Publikum vor.

Rubriklistenbild: © Lischper

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