Bürgermeisterkandidat Carsten Marth: „Ich will Bierdeckelpolitik machen“

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Morgens um sechs in Bergshausen: Bürgermeisterkandidat Carsten Marth (parteilos) geht täglich mit seiner Golden Retriever-Hündin am Fuldaufer spazieren und beobachtet dabei gern die Nutria-Ratten, die auf Hölzern am Ufer sitzen.

Fuldabrück. Etwa ein Dreivierteljahr hat sich Carsten Marth gegeben. Am Ende dieser Zeit stand die Entscheidung: Er will Bürgermeister der Gemeinde Fuldabrück werden. Am Sonntag, 12. März, tritt er deshalb gegen den amtierenden Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) an.

Marth ist aktuell Hauptamtsleiter in der Kaufunger Gemeindeverwaltung. Dass seine Chancen, auch in Fuldabrück zu überzeugen, nicht schlecht stehen, begründet er mit den vielen Gesprächen, die er während seiner Entscheidungsphase mit Bürgern geführt hat. Diese, aber auch die Unterstützung seiner Frau, hätten ihn zum Antritt gebracht. „Ich spüre eine Unzufriedenheit unter den Fuldabrückern“, sagt Marth. „Wir müssen Bewegung in die Gemeinde bringen.“

Ein erster Schritt in diese Richtung sei die Entscheidung gewesen, als parteiloser Kandidat anzutreten. Er habe das Ziel, über Parteigrenzen hinweg für die Bürger da zu sein, denn: „Ein guter Vorschlag soll Gehör finden – egal, von welcher Partei er kommt.“ Er selbst könne sich mit keiner Partei komplett identifizieren.

Der in Deutschland spürbaren Politikverdrossenheit wolle er beispielsweise mit Gemeindespaziergängen entgegnen. „Freitagnachmittag ab 16 Uhr läuft der Bürgermeister durch die Goldene Aue – so könnte das aussehen.“ Bei der Gelegenheit könne man ihm dann sagen, dass etwa die Müllabfuhr den Müll nicht abholt. Kurz gesagt: Carsten Marth setzt auf Bierdeckelpolitik. Gleich, wo ein Bürger auf ihn zukomme, um ein Anliegen an ihn heranzutragen, wolle er es notieren und sich um die Umsetzung kümmern. In diesem Zusammenhang merkt Marth an, dass er der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild sehr aufgeschlossen gegenübersteht. „Man traut den Menschen viel zu wenig zu.“

Als Rathauschef den Bürgern direkt helfen zu können, setzt voraus, dass er eng verbunden ist mit den einzelnen Fachbereichen der Gemeindeverwaltung. Umstrukturierung? „Nein. Aber die wichtigsten Aufgaben sollen Stabstellen werden.“

Er freue sich, dass viele seiner Themen bereits in den vergangenen Wochen auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung gestanden hätten. „Die Menschen wissen schon, von wem die Ideen kommen“, sagt Marth selbstbewusst. Und diese drehen sich allesamt darum, die Gemeinde so zu gestalten, dass Gutes erhalten bleibt und Neues gestaltet wird. Auf die Arbeit in der Fuldabrücker Verwaltung sei er schließlich bestens vorbereitet, habe immerhin 18,5 Jahre dort gearbeitet. „Viele Mitarbeiter von damals sind immer noch da, ich bekomme positive Signale.“

Und wenn er gegen Dieter Lengemann verliert? „Dann kann ich immer noch Landrat werden“, sagt Marth, lacht, und fügt hinzu, dass er dann natürlich am 14. März wieder in Kaufungen auf der Matte stehen werde.

Die Kandidaten stellen sich am Dienstag, 21. Februar, ab 19 Uhr beim HNA-Lesertreff im Bürgerhaus Bergshausen dem Publikum vor.

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