HNA-Lesertreff

Bürgermeisterwahl in Fuldabrück: Ringen um die bessere Politik

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Diskutierten auf der Bühne: Anna Lischper (HNA, von links), Dieter Lengemann (SPD), Herausforderer Carsten Marth (parteilos) und Sebastian Schaffner (HNA).

Fuldabrück. In genau 19 Tagen hat Fuldabrück die Wahl: Bleibt Dieter Lengemann (SPD), bereits seit zwölf Jahren im Amt, Bürgermeister? Oder wird sein Herausforderer Carsten Marth (parteilos) das Rennen machen?

Rund 350 Gäste im rappelvollen Bürgerhaus Bergshausen machten sich gestern Abend einen Eindruck, wer von den beiden Kandidaten wohl der bessere ist. Durch die HNA-Veranstaltung führten die HNA-Redakteure Anna Lischper und Sebastian Schaffner.

Allein die große Besucherzahl belegte: In Fuldabrück besteht ein großes Interesse an der Bürgermeisterwahl am 12. März. Denn: Mit Carsten Marth (49), aktuell Hauptamtsleiter in Kaufungen, hat es Dieter Legemann (57) erstmals mit einem ernst zu nehmenden Gegenkandidaten zu tun. Auch wenn es der amtierende Bürgermeister sportlich nahm („Das ist Demokratie, wenn es einen Gegenkandidaten gibt“), war Lengemann doch sichtlich engagiert, eine gute Figur zu machen. Doch gelang ihm das durchaus. Seine Redebeiträge waren insgesamt länger als die von Carsten Marth – und nicht selten auch inhaltlich detaillierter. 

Dort wo Marth mit Parteilosigkeit („Ich will eine unabhängige Politik von Bürgern für Bürger“) und mit „Bierdeckelpolitik“ warb („Die Fuldabrücker sollen das Gefühl haben: Ich werde hier gehört“), konterte Lengemann mit politischer Erfahrung und seiner Bilanz der vergangenen Jahre. Dabei ging es ebenso um die Bewältigung des demografischen Wandels, wie um die Entwicklung der Ortsteile, um Verkehr, um Kinderbetreuung, Breitbandversorgung, Gemeindefinanzen und natürlich um das Dauerthema Bergshäuser Brücke.

Klar wurde dabei: Die Ziele der Kandidaten sind sich in vielen Punkten ähnlich. Lediglich der Weg dorthin ist ein jeweils anderer. Marth setzte auf seine politische Unabhängigkeit und Bürgernähe („Lösungen lassen sich allermeistens finden“), Lengemann dagegen eher auf politischen Pragmatismus („Wir als Gemeinde können einfach nicht alle Probleme lösen“).

Rappelvolles Bürgerhaus Bergshausen: Über 350 Besucher verfolgten den Schlagabtausch der beiden Bürgermeisterkandidaten Dieter Lengemann (SPD) und Carsten Marth (parteilos) auf dem Podium.

Deutlich wurde das vor allem am Beispiel Ortsteilentwicklung und Ortsteilpflege: Während sich Marth für eine Gleichbehandlung aller Ortsteile aussprach, konterte Lengemann mit Notwendigkeiten: „Es geht darum, wichtige Dinge umzusetzen – wie zum Beispiel die Erneuerung des Ostrings in Bergshausen. Natürlich werden nicht alle Ortsteile gleichermaßen von solch einem Projekt profitieren können“, sagte Lengemann.

Aber auch in Sachen Bergshäuser Brücke und Breitbandversorgung warb Lengemann für einen eher realistischen Blick. Die Bergshäuser Brücke werde letztlich vom Bund und vom Land geplant. Und der Breitbandausbau für Fuldabrück ließe sich nur mit Unterstützung des Landkreises Kassel und der Breitband Nordhessen bewältigen.

Für Marth ist das zu wenig: „Wir müssen viel deutlicher für unsere Interessen einstehen und auch gegenüber Verantwortlichen vertreten.“

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