Tarek Al-Wazir zu Besuch in Fuldabrück

Ein Kaffee mit dem Minister: 15 Minuten für Anwohner an der Bergshäuser Brücke

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Blick auf die Brücke: Kai Gies hatte den Minister zum Kaffee eingeladen, um mit ihm und seinem Nachbarn Michael Schiller (rechts) über die Bergshäuser Brücke zu sprechen.

Fuldabrück. Kai Gries hatte eingeladen und der Minister kam. Anlässlich seines Ortstermins an der Bergshäuser Brücke in Fuldabrück nahm sich Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch auch 15 Minuten Zeit für den Anwohner.

Der Minister „kennt die Brücke und weiß um das Problem“, hieß es im April von Seiten des Verkehrsministeriums auf Nachfrage der HNA.

Nachdem das Ministerium angekündigt hatte, der Minister wolle sich im Sommer vor Ort die Brücke ansehen, erreichten ihn mehrere Einladungen: Vom Bergshäuser Kai Gies, der ihn zum Kaffeetrinken unter der Brücke einlud, vom Fahrzeugbauer Michael Arenth aus Kassel für eine Busfahrt über die A44 und von der Kasseler Bürgerinitiative Pro Zwehren zum runden Tisch (die HNA berichtete).

Kai Gies aus Bergshausen, dessen Grundstück direkt unter der viel befahrenen Bergshäuser Brücke liegt, hatte am Montag einen Anruf aus Wiesbaden erhalten. „Ich habe mit dem Minister gesprochen und er wird am Mittwoch 15 Minuten Zeit für mich haben“, teilte er der HNA mit.

Weil das Wetter nicht mitspielte, fand das Kaffeetrinken nicht im Garten, sondern im Haus statt. Sein Terminkalender lasse es nicht zu, jeder Einladung zu folgen, sagte Tarek Al-Wazir. Von den 3500 Brücken in Hessen habe die Bergshäuser hohe Priorität. In einem kleinen Vortrag fasste er zusammen, was bisher geschah – von der Feststellung, dass das Bauwerk marode ist über die Planung eines Neubaus ab 2007, die dann aufgrund von Einwänden zum Standort „wieder in die Tonne getreten“ wurde, bis hin zum aktuellen Stand.

Minister: „Gründliche Vorplanung“

Auf diesen bezogen sich schließlich die Fragen von Kai Gies und seinem Nachbarn Michael Schiller: „Wie lange dauert es denn nun bis zum Neubau der Brücke?“, fragte Gies.

Erst im Dezember 2016 habe das Bundesministerium der neu erstellten Planung der Brücke zugestimmt. „Das ist jetzt noch nicht so lange her“, so Al-Wazir. Die Bauzeit könnte fünf bis sechs Jahre betragen. Wie lange die Vorplanungen dauern, könne er nicht einschätzen.

Aber: Je gründlicher die Vorplanungen gemacht würden, desto eher könne man verhindern, dass Klagen den Neubau verzögerten. Al-Wazir nannte hier unter anderem die Landwirte, deren Flächen betroffen seien. Immerhin befinde man sich hier in einer topografisch und landwirtschaftlich besonderen Gegend. „Hier zu planen ist nicht trivial“, sagte der Verkehrsminister, der bei seinen Aussagen aus Material in einem Schnellhefter zitierte.

Es sei ein angenehmes Gespräch auf Augenhöhe gewesen, resümierte Kai Gies nach den 15 Minuten. Wenn auch die wichtigste Frage nach dem Zeitplan des Neubaus unbeantwortet geblieben sei. „Warum gibt es in einem solchen Fall keinen Notfallplan?“, fragte er sich.

Offen blieben auch die Fragen, warum sich niemand um den Müll unter der Brücke kümmere und weshalb die Geschwindigkeit auf der Brücke nicht überwacht werde. „Aber in manchen Dingen kann ein Minister eben auch nichts tun“, so Gies.

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