Jugendliche lassen Schnapsflaschen und Zigarettenstummel liegen

"Kaputte Geräte und Dreck": Eltern in Dörnhagen kritisieren Zustand des Spielplatzes

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Wollen gut ausgestattete und saubere Spielplätze in Dörnhagen: Alexander Asselborn (38, vorn links), Nils Albert (32) und Martin Lind (41, rechts) kritisieren den Zustand des Platzes an der Warpelstraße. 

Fuldabrück. Pizzakartons, Schnapsflaschen, Zigarettenstummel und Erbrochenes – mehrere Eltern berichten von schlimmen Zuständen, die zurzeit auf dem Spielplatz an der Warpelstraße in Dörnhagen herrschen sollen. „Wenn wir mit unseren Kindern hierherkommen, räumen wir oft erst mal auf“, sagt Martin Lind, der mit seiner Familie in dem Fuldabrücker Ortsteil lebt.

Er und seine Bekannten verstehen nicht, warum die Gemeinde gegen die Probleme auf dem Spielplatz nicht stärker vorgeht. „Warum richtet man keine Videoüberwachung ein oder zieht einen Zaun, der abends abgeschlossen werden kann?“ Mit diesen Forderungen hätten sie sich auch schon an das Rathaus gewandt. Allerdings ohne Erfolg.

Dass sich Jugendliche zurzeit offenbar bis in die Nachtstunden auf dem Spielplatz aufhalten, ihn verunreinigen und die Bewohner der umliegenden Häuser stören (HNA berichtete), ist seit Längerem bekannt. Gemeindemitarbeiter kontrollieren den Platz verstärkt und fordern die Anwohner auf, bei Lärmbelästigung die Polizei zu informieren.

Doch die Kritik der Eltern geht über die Probleme mit Vandalismus und Verschmutzung hinaus: „Der Spielplatz ist allgemein in einem schlechten Zustand“, sagt Alexander Asselborn. Die Holzkonstruktion der Schaukeln sei wackelig, die Kletterstangen ebenfalls, unter der Seilbahn sei kein Fallschutz, die Gummielemente am Karussell seien teilweise gebrochen, woran sich Kinder verletzten könnten. Außerdem fehle ein Sonnenschutz über dem Sandkasten, weil Kinder sich ohne Schutz bei großer Hitze am Nachmittag dort nicht aufhalten können. „Warum schafft die Gemeinde ein Neubaugebiet und lockt damit viele junge Familien mit kleinen Kindern an, wenn sie dann nicht in die Sicherheit und Attraktivität des Spielplatzes investieren will?“

Die Väter haben sich auch mit dieser Kritik bereits mehrfach an die Gemeinde gewendet, sagen sie. „Wir werden dann immer mit Prüfprotokollen abgespeist und dann ist für die Gemeinde alles in Ordnung“, sagt Martin Lind. „Unserer Meinung nach fehlen vonseiten des Rathauses die Einsicht und die Bereitschaft etwas zu tun.“

Wenn in der Zukunft Arbeit auf dem Spielplatz in Dörnhagen anstehe, wodurch sein Zustand verbessert würde, seien sie auch bereit, dabei zu helfen. „Wir nehmen gerne eine Schippe in die Hand“, sind sich die Väter einig.

Das sagt die Gemeinde 

„Der Spielplatz und die Geräte werden einmal pro Woche kontrolliert“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann. Einmal im Monat sei eine zweite Person bei der Prüfung dabei, damit man so eine unabhängige Meinung erhalte. „Im Abstand eines Jahres kommt der Tüv, kontrolliert die Spielplätze und erstellt eine Mängelliste“, erklärt Lengemann. Dabei seien in der Vergangenheit keine, und wenn nur geringe Mängel festgestellt worden. Darüber hinaus würden die Spielplätze täglich von Mitarbeitern des Bauhofs auf Verunreinigungen kontrolliert. Warum die Eltern trotzdem noch Flaschen und Zigarettenstummel finden, kann sich die Gemeinde nicht erklären. „Es kann natürlich sein, dass später wieder Schmutz dazukommt, wenn der Bauhof schon aufgeräumt hat.“ Einen Zaun zu ziehen, kann Lengemann sich nicht vorstellen. „Da würden die Jugendlichen sowieso herüberklettern.“ Eine Videoüberwachung sei aus Datenschutzgründen nicht möglich. Dass die Geräte des Spielplatzes in schlechtem Zustand seien „weise ich komplett zurück. Eltern aus benachbarten Kommunen kommen sogar nach Dörnhagen, weil wir so einen besonderen Spielplatz haben.“ Für das Karussell gebe es keine Ersatzteile mehr, weshalb die kaputten Gummielemente mit Kabelbindern repariert würden. Schaukel und Kletterstangen seien stabil. „Uns sind keine Verletzungen und Unfälle in der Vergangenheit bekannt. Der Spielplatz ist sicher.“ Davon abgesehen würden in diesem Jahr 15 000 Euro des Gemeindehaushaltes freigegeben und in Geräte auf den Spielplätzen in Fuldabrück investiert. Ausgetauscht würden nur Geräte, die wirklich kaputt seien und von denen eine Gefahr ausgehe. „Da sie sehr teuer sind, wollen wir sie auch so lange wie möglich behalten.“

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