Elternprotest: Demonstration vor Kita Dörnhagen

Solidarisch mit Erzieherinnen: Der Streik an den kommunalen Kindertagesstätten führte in Fuldabrück zu einem Streik der betroffenen Eltern. Etliche Mütter versammelten sich vor dem Rathaus in Dörnhagen, um ihr Verständnis für die Forderungen der Erziehrinnen zum Ausdruck zu bringen. Allerdings setzen die Betroffenen auf eine schnelle Einigung. Fotos: Büntig

Fuldabrück. Die meisten kommunalen Kitas sind seit gestern geschlossen. Grund: Ein Streik der Erzieherinnen. In Fuldabrück protestierten auch Eltern.

Fuldabrück. Montagmorgen, 9 Uhr - eine Zeit, zu der viele jüngere Kinder eigentlich in der Kindertagesstätte sein sollten. Stattdessen aber sind kommunale Einrichtungen, wie auch die in Dörnhagen, geschlossen, und die Erzieherinnen streiken für mehr Geld. In Fuldabrück haben sich Eltern versammelt und demonstrieren vor dem Rathaus in Dörnhagen. „Wir haben volles Verständnis für die Erzieherinnen. Sie machen einen tollen Job und müssen auch entsprechend entlohnt werden“, betont Birgit Meschkat, Elternbeiratsvorsitzende der Kindertagesstätte in Dörnhagen.

Leidtragende des Streiks seien allerdings wie so oft die Falschen - in diesem Fall die Mütter und Kinder. Die anwesenden Mütter stimmen darin überein, dass die Erzieherinnen heute hochqualifizierte Arbeit leisten, sich mit Fortbildungen weiterqualifizieren und wichtige zukunftsweisende Arbeit im Vorschulbereich leisten.

Dementsprechend sind die Forderungen der Streikenden für die Mütter auch nachvollziehbar. Auf der anderen Seite stelle der Streik die Betroffenen vor die nicht leichte Aufgabe, auf unbestimmte Zeit eine Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.

Kurzfristig ist das zunächst in den meisten Fällen zu schaffen, sagt Danica Wurmbach. Großeltern springen ein, Arbeitstage werden getauscht. Einigkeit besteht aber auch darüber, dass dieser Zustand auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden kann. Deshalb besteht der Wunsch, dass sich Arbeitgeber und -nehmer möglichst schnell einigen.

Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) begrüßte die anwesenden Mütter und Kinder und zeigte Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen. In Denn- und Dittershausen wird ein Notdienst für Kinder von Berufstätigen angeboten, eine Schulkinderbetreuung findet in Bergs- hausen statt. Die Gemeinde hofft, dass es sich dabei um ein kurzfristiges Provisorium handelt, und fordert den kommunalen Arbeitgeberverband auf, möglichst schnell zu einer Einigung zu kommen.

Ein Angebot wie in Kaufungen, wo die Tagesstätte geöffnet ist und Eltern die Kinder betreuen, wird in Fuldabrück abgelehnt, da die Regelung bei Haftpflicht- oder Unfallschäden unklar sei.

Von Sabine Büntig

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