Es entstand ein Millionenschaden

Feuer in Fuldabrücker Halle: Einsatzkräfte entkamen Explosion

Fuldabrück. Wie schnell Feuerwehrleute in Gefahr geraten können, zeigte der Brand in der Fabrik der Firma Bemoflex Berghöfer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Kurz nachdem der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Mirko Ewert, der den Einsatz leitete, seine Truppe aus dem Haus abzog, kam es im Gebäude zu einer Explosion, die die komplette Fensterfront zerspringen ließ. 

Wären die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt im Haus gewesen, hätte wohl niemand überlebt, erzählt Ewert am Morgen – nach einem mehr als elfstündigen Einsatz. Etwa 100 Feuerwehrleute aus Fuldabrück, Lohfelden und Kassel waren seit 22.30 Uhr damit beschäftigt, das Feuer zu löschen, das am Ende das komplette Gebäude zerstört hat. Was bleibt, ist der Abriss.

Noch gegen 9 Uhr am Morgen qualmt es an verschiedenen Stellen, es riecht stark nach Rauch, Glasscherben liegen auf der angrenzenen Kasseler Straße und wer durch die verkohlten Fensterrahmen in das Gebäude sieht, entdeckt zerstörte Regale und Stühle. Ein Bagger reißt sorgfältig die Blenden des Daches Stück für Stück ab und legt noch brennende Holzbalken frei, die gelöscht werden.

Ein Feuerwehrmann beobachtet die Arbeiten von oben – „damit er zur Not von oben löschen kann“, sagt Peter Semmelroth von der Feuerwehr Fuldabrück, der mit als erster am Brandort eintraf und jetzt „schon auch das Ende der Löscharbeiten sehen“ will. Neben ihm steht Kollege Mirko Baum aus Baunatal-Rengershausen. Mit sieben weiteren Einsatzkräften war er am Morgen hinzugekommen, um die Kräfte, die die Nacht durchmachten, abzulösen. „Die müssen eben auch mal ins Bett.“

Ein Bagger legte am Mittwochmorgen die Blende des Dachs frei, um das Feuer darunter zu löschen.

Dass es in der 80 mal 80 Meter großen Halle brennt, wurde am Dienstagabend gegen 22.20 Uhr gemeldet. Ein Lkw-Fahrer, der an der Kasseler Straße die Nacht über pausierte, habe die Feuerwehr über die 112 alarmiert, sagt Einsatzleiter Mirko Ewert. Weitere Anrufe gingen von Autofahrern ein, die den Brand von der Bundesstraße 83 gesehen hatten.

Als die Freiwillige Feuerwehr aus Fuldabrück den Einsatzort erreichte, nahmen ihre Feuerwehrleute erste Löschungen im Inneren vor. Weil sich Rauch und Wärme so stark ausgebreitet hatten, mussten sie das Haus wieder verlassen. 20 Minuten später kam es zu der großen Explosion: „Wenn die Hitze ausreicht und die Fenster nachgeben, zieht die Luft durch und das Rauchgas entflammt“, erklärt Ewert. Laut Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD), der ebenfalls zum Brandort kam, entflammten immer wieder Feuerbälle.

Großbrand in Fuldabrück: Drohne zeigt Ausmaße der Zerstörung

Um das Feuer von außen zu löschen, kam die Feuerwehr Lohfelden mit ihrer Drehleiter hinzu sowie die Werksfeuerwehr von Mercedes Benz und die Kasseler Berufsfeuerwehr. Eine Schwierigkeit stellte die Architektur des Gebäudes dar: Viele Räume rund um den Innenhof waren eingekapselt. Auch bestand wegen der Bauweise Einsturzgefahr.

Eine Herausforderung waren laut Bürgermeister Lengemann die großen Mengen Wasser, die benötigt wurden, „Da hatten wir Glück, dass die Fulda in nächster Nähe war.“ Von dort pumpte die Feuerwehr Wasser ab. „Es hätte sonst auch zum Engpass in der Trinkwasserversorgung kommen können“, so Lengemann.

Die Bewohner der Umgebung wurden zunächst gebeten, ihre Fenster zu schließen. Dank der klaren Wetterlage konnte der Rauch aber nach oben abziehen. Giftige Gase hatten sich laut Messkomponente des Landkreises, die von der Freiwilligen Feuerwehr Fuldatal gestellt wird, nicht entwickelt.

Großbrand in Fabrik in Fuldabrück-Bergshausen

Hier hat es in der Nacht zu Mittwoch gebrannt:

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