Friedhof wird in Fuldabrück zuletzt gestreut: 82-Jährige rutschte aus und verletzte sich

Fuldabrück. Blätter auf nasser Straße und eisglatte Gehwege – besonders für ältere Menschen bergen sie ein hohes Verletzungsrisiko. Nach einem Vorfall auf dem Friedhof in Dörnhagen steht der Vorwurf im Raum, dass die Gemeinde ihrer Streupflicht nicht nachgekommen ist.

Für Elisabeth Kleinschmidt aus Dörnhagen hatte der Sturz auf dem Dörnhagener Friedhof am Dienstag vor einer Woche schwere Folgen. Es war gegen neun Uhr, als die 82-Jährige die Gräber von zwei dort bestatteten Freundinnen besuchen wollte, um ihre Gräber in Schuss zu halten. Im Anschluss sollte es dann mit dem Bus nach Baunatal zum Arztbesuch gehen. Auf dem Weg zum Bus kam es dann im Bereich des Friedhofseingangs zum Sturz. Die Konsequenz: Trümmerbruch im linken Arm, ein neues Gelenk an der Schulter und eine Stahlplatte im Ellbogen. Kleinschmidt liegt jetzt im Krankenhaus.

Dieter Kleinschmidt

Der Friedhof sei bei Nässe immer spiegelglatt, berichtet der Mann der Verunglückten, Dieter Kleinschmidt – insbesondere auf den roten Steinen des Wegs, wo das Wasser nicht richtig versickern kann.

An die Gemeinde gewandt, habe man ihm gesagt, dass es sich am Dienstagmorgen wohl um Blitzeis gehandelt haben muss. Der 80-Jährige fragt sich, warum die Gemeinde ihrer Streupflicht nicht nachgekommen ist. „Wir haben Streupflichten vor den Häusern und die Gemeinde auf den gemeindeeigenen Plätzen.“ Auch sei es in der Nacht davor frostig gewesen – aus seiner Sicht ein Grund, früh morgens zu streuen.

Auf Nachfrage der HNA teilt Achim Mihr, Fachbereichsleiter Bürgersorgen, mit: „Es war definitiv nicht glatt.“ An jenem Dienstag, 15. November, habe die Zeit begonnen, in der die Rufbereitschaft für den Winterdienst beginnt. Es habe aber keine Meldung gegeben, dass es glatt werden würde. Und: Hätte auf öffentlichen Straßen und Plätzen gestreut werden müssen, wäre der Friedhof, für den in diesem Fall die Gemeinde zuständig ist, nachrangig gestreut worden.

Achim Mihr

Er fällt nicht unter das Hessische Straßengesetz, sondern in diesem Fall obliegt dem Eigentümer, also der Gemeinde, die Verkehrssicherungspflicht. Laut Hessischem Straßengesetz ist die Gemeinde nur „nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit“ zum Streuen verpflichtet. Der Bauhof richtet sich bei Glätte und Eis deshalb nach einem strikten Streuplan, der sich nach dem Gefährdungspotenzial auf den Straßen richtet. Wann die nachrangigen Orte gestreut werden, hänge zum Beispiel damit zusammen, wie schnell die Streufahrzeuge voran kommen – je nach Beladung dürfen sie nur 15 bis 40 Kilometer pro Stunden fahren, so Mihr.

Für die Kleinschmidts zählt, dass es zum Unfall kam. Auf die Verunglückte kommt nun ein Reha-Aufenthalt zu. Eine Anzeige schließe man nicht aus, sagt Dieter Kleinschmidt, Zeugen gebe es genug.

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