Jetzt kann die neue Bergshäuser Brücke geplant werden

+
Ihre Tage sind gezählt: Die Bergshäuser Brücke wird abgerissen, sobald der neue Fulda-Übergang der A 44 fertig ist. Die neue Brücke entsteht südlich des heutigen Standorts.

Fuldabrück. Für die Anwohner ist die Nachricht ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Nach jahrelangen Protesten wegen Lärmbelästigung und herabfallender Eisbrocken und dem Frust wegen der abgebauten Radaranlagen ist die ungeliebte Bergshäuser Brücke der Autobahn 44 bald Geschichte.

Wie berichtet, hat das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für einen Neubau des Fulda-Übergangs bei Dennhausen/Dittershausen südlich des heutigen Standorts gegeben. Die marode Bergshäuser Brücke wird also abgerissen. Bis es soweit ist, müssen sich die Anwohner allerdings noch einige Zeit gedulden.

DIE PLANUNG

Nach dem grundsätzlichen Ja des Bundes zu der Südvariante stünden die Planer ganz am Anfang, sagte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Bislang gebe es lediglich eine Grobplanung, die nun verfeiert werden müsse. Die vom Bundesverkehrsministerium genehmigte Variante sieht vor, dass die dann sechsspurige Autobahn vor der Bergshäuser Brücke nach Süden abschwenkt und die Straße nach Dennhausen/Dittershausen überquert.

Die neue Brücke wird nördlich der Fuldaschleife über den Fluss gebaut. Von dort aus schwenkt die A 44 auf die A 7 ein. Die neue Verkehrsführung macht einen Umbau der Autobahn im Bereich des Dreiecks Kassel-Süd erforderlich. Laut Sinemus steht bislang aber weder fest, wo genau der neue Teil der A 44 entlang geführt wird, noch wie die Brücke einmal aussehen wird. Für die neue Trasse müsse Grund und Boden erworben werden.

DER LÄRMSCHUTZ

Die Erweiterung der A 44 zwischen dem Westkreuz Kassel und dem Dreieck Kassel-Süd von vier auf sechs Fahrspuren gilt als Autobahnneubau. Deshalb werden die Regeln der so genannten Lärmvorsorge angewendet. Das heißt: Die Anwohner der Fernstraße haben Anspruch auf intensiven Lärmschutz etwa in Gestalt besonders hoher Schutzwände.

DIE ALTE BRÜCKE

Die Bergshäuser Brücke muss noch so lange durchhalten, bis der neue Übergang freigegeben wird. Bis dahin werde das bald 60 Jahre alte Bauwerk weiterhin gewartet und bei Bedarf instand gesetzt, sagte Sinemus. Der Abriss der 55 Meter hohen Brücke werde rechtzeitig geplant.

DIE KOSTEN

Zu den Kosten gibt es bislang nur grobe Schätzungen: Laut Hessen Mobil ist inklusive des Umbaus von Kassel-Süd mit rund 135 Millionen Euro zu rechnen. Ein Neubau der Brücke am heutigen Standort würde dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro kosten.

DER ZEITPLAN

Bis zur Freigabe der neuen Brücke werden laut Hessen Mobil rund 15 Jahre vergehen, davon zwölf Jahre für Planung und Baurecht sowie drei Jahre für den Bau.

So läuft das Verfahren ab

Für den Verlauf des A 44-Abschnitts samt Brücke über die Fulda wurde bislang von Hessen Mobil lediglich ein Korridor festgelegt. Nach dem grundsätzlichen Ja des Bundes zu der Südvariante wird jetzt ein genauer Entwurf erstellt. Dieser wird dem Bund zur Genehmigung vorgelegt. Bei einem positiven Votum wird das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Zuständig dafür ist das Regierungspräsidium Kassel. Die Behörde hört die Betroffenen an und wägt Anregungen und Kritik ab. Danach wird die Rechtmäßigkeit der Planung festgestellt. Gegen diesen Planfeststellungsbeschluss kann geklagt werden. Erst nach einer rechtlichen Klärung kann gebaut werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.